Alba Berlin : Der Frust des zweitbesten Verlierers

Wieder lange mitgehalten, wieder verloren: Alba kämpft nach dem 69:85 in Barcelona gegen eine Niederlagen-Serie.

Helen Ruwald
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An Barcelona abgeprallt. Ansu Sesay.Foto: dpa

Nur die Basketballer aus Sopot waren besser als Alba Berlin. Das polnische Team verlor beim FC Barcelona im Herbst mit 12 Punkten Unterschied, Alba Berlin am Donnerstag mit 16 (69:85). Alle anderen Mannschaften waren von Spaniens Stars in dieser Europaligasaison noch deutlicher vorgeführt worden. Die Topteams Panathinaikos Athen, Montepaschi Siena und Maccabi Tel Aviv hatten mit 24, 26 und 20 Punkten Unterschied verloren. Doch Alba Berlins Geschäftsführer Marco Baldi fand nichts Positives daran, zweitbester Verlierer zu sein, umal Alba nach der ersten Halbzeit sogar mit einem Punkt vorne gelegen hatte. Unmittelbar nach der Pause entschied Barcelona mit aggressivem Tempobasketball innerhalb von wenigen Minuten das Spiel. In so einer Phase „verliert man den Mut“, sagte Baldi, „das ist eben die Klasse der Teams, auf die man hier trifft. Viel mehr war nicht drin.“

"Die Niederlagen schlagen aufs Gemüt"

Es war nicht das erste Mal, dass einige Minuten der Unaufmerksamkeit reichten, um jede Siegchance einzubüßen. Auch beim Debakel in Vitoria war es nach gutem ersten Viertel so gewesen, in Istanbul, Rom und bei den Heimspielen gegen Vitoria und Madrid hatte der Deutsche Meister in der Schlussphase die entscheidenden Fehler gemacht.

In der Gruppe F hat der sieglose Tabellenlette Alba wohl nach drei von sechs Spielen schon alle Möglichkeiten vertan, als einer der beiden Gruppenersten in die nächste Runde einzuiehen. Für Alba war es in Europaliga und Bundesliga die vierte Niederlage im fünften Spiel, nur gegen Gießen waren die Berliner siegreich. „Die Niederlagen schlagen aufs Gemüt“, sagt Baldi, „wir müssen schnell wieder auf die Siegerstraße kommen.“ Am Wochenende hat Alba spielfrei, in einer Woche folgt der Bundesligaauftritt in Bremerhaven, danach läuft der FC Barcelona in Berlin auf. „Dann werden wir sehen, ob wir etwas reißen“, sagt Baldi. Ein Erfolg gegen „die bestbesetzte Mannschaft Europas“ (Baldi) käme um rechten Zeitpunkt. Zwei Tage später beginnt die Pokalendrunde in Hamburg. Dort zählt ein Auftritt als zweitbester Verlierer noch weniger als in Barcelona.

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