Alba Berlin : Die Playoffs beginnen heute schon

Basketball-Bundsligist Alba Berlin will das letzte Saisonspiel gegen die Tigers Tübingen als Generalprobe für die Playoffs nutzen. Doch ausgerechnet der Topscorer der Berliner sucht noch seine Form.

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Muli Katzurin kann es gar nicht schnell genug gehen. In der Trainingshalle von Alba Berlin hechten seine Basketballer von Korb zu Korb und spielen Angriffszüge durch. Doch der Trainer fordert mehr Intensität. „Make it alive!“, erweckt die Übung zum Leben, ruft der Israeli im Befehlston. Katzurin will auch im Angesicht der ausplätschernden Bundesliga-Hauptrunde keinen Spannungsabfall zulassen. „Wir kennen unsere Liga-Position, wissen, wann und wo wir unser erstes Play-off-Spiel haben“, hat der 56-Jährige schon vor Trainingsbeginn verlauten lassen, „aber es sollte nicht so sein, dass wir die Liga als beendet ansehen.“ Denn vor dem Meisterrunden-Auftakt am 30. April in der Arena am Ostbahnhof liegt nach Spielplan das Heimspiel heute gegen die Tigers Tübingen (20 Uhr).

„Ein gefährliches Spiel“, warnt Katzurin, nicht nur weil Alba das Hinspiel im Januar 70:74 verlor. Der Trainer bewundert den Ligaelften dafür, dass er „hart spielt und um Siege kämpft“, obwohl seit Wochen feststeht, dass Tübingen im Niemandsland der Tabelle landen wird. Ähnlichen Einsatz fordert Katzurin auch von seinen Basketballern. Mit einem Sieg im letzten Hauptrunden-Spiel will er „einen kontinuierlichen Übergang von der Liga in die Play-offs“ bewerkstelligen. Über den Gegner im ersten Spiel will er nicht spekulieren. „Das überlasse ich den Journalisten.“

Bitteschön: Nach derzeitigem Stand würde Alba als Tabellendritter kommende Woche auf den Sechsten Oldenburg treffen. Gewinnen Oldenburg (gegen Absteiger Düsseldorf) und der Fünfte Braunschweig (in Bonn) ihre Spiele, bleibt es dabei. Wenn nicht, sind neben Braunschweig auch Ludwigsburg und Göttingen als Auftaktgegner möglich.

Bis dahin arbeitet Katzurin weiter an bestehenden Schwachstellen. Zum Beispiel am Rebound: Den Ball hinter dem Rücken haltend lässt er das reboundschwächste Team der Liga unter dem Korb antreten. Die Spieler hüpfen und rempeln durcheinander wie Jugendliche bei einem Punk- Rock-Konzert, dann wirft er den Ball an den Ring, und der Kampf um den Abpraller beginnt. Oder an der Verteidigung: Katzurin lässt Angriffs- gegen Abwehrreihen antreten, doch ein ums andere Mal findet Derrick Allen mit Drehungen, Passfinten und Würfen den Weg zum Korb. Seine Mitspieler applaudieren.

Im Training zeigt sich der US-Amerikaner weiter in Top-Form, allein im Spiel läuft es nicht. Ausgerechnet Albas Topscorer (15,4 Punkte im Schnitt) steckt vor den Play-offs in der Formkrise und gibt Anlass zur Sorge. In den vergangenen vier Spielen erzielte er nur knapp sechs Punkte pro Partie, mit der Leistung fiel auch seine Einsatzzeit. „So ist es manchmal im Leben, da hat man solche Spiele“, sagt Allen. In einer Formkrise sieht sich der Forward aber nicht, „ich mache mir da keine Sorgen“. Der Coach entscheide eben danach, was er im Spiel sehe, „und wir haben einen tief besetzten Kader“.

Für den Titel braucht Alba Derrick Allen dennoch in Höchstform. Doch Anlass zur Hoffnung gibt, dass der 2,03-Meter- Mann bei seinem vorherigen Klub Frankfurt ebenfalls zur Frühjahrsmüdigkeit neigte, auch in der Endphase der vergangenen Saison. In der ersten Play-off-Runde war Allen allerdings zur Stelle und warf Alba Berlin mit 69 Punkten in vier Spielen fast im Alleingang aus den Play-offs.

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