Alba Berlin : Doppelter Dragicevic beim ersten Berliner Heimspiel

Beim Bundesliga-Auftakt in Berlin siegt Alba klar mit 86:60 gegen Ludwigsburg. Ein Zwillingsbruder sorgte vor dem Star kurz für Verwirrung.

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Zum Verwechseln. Tadija Dragicevic erzielte 23 Punkte, Zwillingsbruder Strahinja schaute von der Tribüne zu.
Zum Verwechseln. Tadija Dragicevic erzielte 23 Punkte, Zwillingsbruder Strahinja schaute von der Tribüne zu.Foto: Thiemo Napierski

Berlin - Einigen Berliner Basketballfans dürfte am Sonntagnachmittag der Atem gestockt sein, als sie ihre Plätze in der Arena am Ostbahnhof einnahmen. In der zweiten Reihe der Tribüne saß Albas Tadija Dragicevic. In Straßenkleidung. Hatte sich der Serbe am Freitagabend beim 82:62-Sieg in Bonn verletzt? War er wie zwei seiner Vorgänger auf der Position des Power Forwards durch Disziplinlosigkeit in Ungnade gefallen? Ausgerechnet nach seinem mit 16 Punkten, zehn Rebounds und fünf Assists bisher besten Spiel für Alba?

Die Entwarnung kam, als Albas Team zum Warm-up aufs Feld spurtete. Im Trikot mit der Nummer 20 lief ein: ein zweiter Dragicevic. Bei dem Doppelgänger auf der Tribüne handelte es sich um Tadijas Zwilling Strahinja, der verletzte Basketballprofi stattete seinem Bruder einen Besuch ab. Den Gästen aus Ludwigsburg allerdings dürfte es am Sonntag bisweilen so vorgekommen sein, als stünden zwei Dragicevics auf dem Feld. Der 24-jährige Tadija war mit 23 Punkten, zehn Rebounds und fünf Assists der überragende Spieler, die Berliner gewannen ihr erstes Heimspiel der Bundesliga-Saison ungefährdet mit 86:60 (35:29). „Es war extrem wichtig, dass wir mit zwei Siegen starten“, sagte Dragicevic.

Als Dragicevic im zweiten Viertel vor 9606 Zuschauern seine ersten Punkte erzielte, stand es bereits 27:18 für Alba. Die Berliner kontrollierten das Spiel, Ludwigsburg hielt mit Einzelaktionen dagegen. Gästetrainer Markus Jochum regte sich trotzdem mehrmals lautstark auf. Der 46-Jährige war wegen seines Temperaments schon als Spieler der Ludwigsburger ein ungern gesehener Gast beim Berliner Publikum, damals noch in der alten Heimat Sömmeringhalle. Jochums Spieler taten, was sie konnten, um ihren zürnenden Coach bei Laune zu halten, bis zum Ende der ersten Hälfte hielten sie den Rückstand in Grenzen. Davon konnte kurz nach der Pause keine Rede mehr sein. Mit einem 8:0-Lauf begann Alba, fast vier Minuten lang blieb EnBW Ludwigsburg ohne Punkt. Keine 48 Stunden nach dem Sieg in Bonn zeigten sich die Berliner gut erholt und konzentriert.

Kurz nach Beginn des Schlussabschnitts verkürzte Ludwigsburg noch einmal auf neun Punkte. Dragicevic (Tadija) antwortete mit einem eleganten Dreipunktewurf, was den Dragicevic auf der Tribüne dazu brachte, den Zeigefinger triumphierend in die Höhe zu strecken. Der Treffer war das Signal für die Berliner, ihrem Publikum noch mehr zu bieten. Mit einer ansehnlichen Schlussphase entschieden sie das Spiel deutlich und standesgemäß für sich. „Letztes Jahr war mein Bruder auch bei meinem ersten Heimspiel für Virtus Rom“, sagte Tadija Dragicevic, „da war ich auch der Topscorer.“ Und dann – aufgepasst, Bundesliga-Sportgericht! – verriet er noch, wieso er in der zweiten Hälfte so aufdrehen und 19 seiner 23 Punkte machen konnte: „Das war gar nicht ich, wir haben Strahinja in der Pause eingewechselt.“

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