Sport : Alba Berlin: Ein bisschen Druck muss sein

Benedikt Voigt

Es gibt Situationen, in denen ein Hüne plötzlich ganz flink wird. Im Trainingslager von Alba Berlin verliert Dejan Koturovic zumeist dann seine stoische Ruhe, wenn das Hotelpersonal anfängt, das Buffet wegzuräumen. Dann springt der Centerspieler auf, läuft zu den Angestellten und bittet auf Englisch um Nachschub. "Ich muss viel essen", entschuldigt sich Koturovic, "oder findest du, dass ich zu dick bin?"

Nein, eigentlich nicht. 120 Kilogramm verteilt auf zwei Meter und zehn Zentimeter, das dürfte schon in Ordnung sein. Schließlich hat Alba Berlin den Centerspieler von Ülker Istanbul in der Sommerpause weggelotst, um wieder Masse und Größe unter den Körben zu bekommen. Nach dem Weggang von Patrick Femerling und Geert Hammink müssen in der kommenden Saison der 28-jährige Jugoslawe und Rückkehrer Teoman Öztürk für die Berliner den Job in der Zone erledigen. "Die Ansprüche und Erwartungshaltungen hier sind groß", hat Koturovic bereits nach drei Wochen erkannt, "vor allem der neue Trainer Emir Mutapcic ist sehr ambitioniert." Und das ist auch in Ordnung so, findet der Zugang, der einen Zweijahresvertrag mit Alba abgeschlossen hat. "Das Ziel von Alba muss es sein, in Europa an der Spitze zu stehen."

Geht es nach Koturovic, dann haben die Berliner bereits einen Spitzenplatz in Europa erreicht. "Sie sind in der Top Five der Kategorie: best organized Club." Die perfekte Organisation hat es dem Jugoslawen angetan, vielleicht auch deshalb, weil er bei Ülker Istanbul anderes gewohnt war. "In Istanbul hat man sich nicht um die Spieler gekümmert", sagte Koturovic. Er kann nicht viel Positives berichten, wenn er über seine Zeit in Istanbul spricht. Überhaupt muss man sich wundern, dass er es zwei Jahre dort ausgehalten hat. "Die Istanbuler Zuschauer habe ich nicht gemocht", sagt Koturovic, "viele Schüler und Jugendliche mit Freikarten - das war kein Basketballpublikum." Auch schulde ihm der Klub noch Geld. Wie viel, will er nicht verraten.

Auch im Training unterscheidet sich Alba Berlin von seinem vorherigen Klub. "Hier ist alles viel härter und professioneller", erklärt Koturovic, "das ist die Trainingslehre von Bosna Sarajewo." Zwar schleicht der Riese gegenwärtig aufgrund der harten Vorbereitung nur sehr langsam durch die Hotelhalle. Doch er findet das auch gut. "Wenn ich so weitertrainiert hätte wie in Istanbul, dann hätte ich meine Karriere früher beenden müssen." So aber hofft er, dass er sein Geld noch weitere zehn Jahre mit Basketball verdienen kann.

In seiner persönlichen Statistik der vergangen Jahre ragen der Europameistertitel mit der jugoslawischen Nationalmannschaft 1995 in Athen sowie zwei Meistertitel mit Partizan Belgrad heraus. Doch das Kapitel Nationalmannschaft hat der Basketball-Profi abgeschlossen. Zumindest unter dem aktuellen Trainer Zeljko Obradovic. "Er hat mich zweimal aus der Mannschaft genommen", ärgert sich Koturovic, "das letzte Mal vor den Olympischen Spielen in Atlanta." Warum, wisse er bis heute nicht, auch viele Journalisten hätten sich darüber gewundert. "Jetzt habe ich auch nicht mehr die Ambitionen, in die Nationalmannschaft zu kommen."

Der Kontakt mit den neuen Teamkameraden fällt ihm nicht schwer. Zwar spricht er kein Deutsch, doch mit den meisten Spielern unterhält er sich auf Englisch, und mit Marko Pesic, Stipo Papic und Trainer Emir Mutapcic kann er auch seine Muttersprache sprechen. In seine Heimatstadt Belgrad will er zwar irgendwann wieder zurückkehren, "aber noch nicht so schnell". Schließlich kommt er als Single nach Berlin, und das soll sich doch irgendwann ändern. Koturovic sagt: "Vielleicht finde ich mein Glück in Berlin."

Bad Tatzmannsdorf. Es gibt Situationen, in denen ein Hüne plötzlich ganz flink wird. Im Trainingslager von Alba Berlin verliert Dejan Koturovic zumeist dann seine stoische Ruhe, wenn das Hotelpersonal anfängt, das Buffet wegzuräumen. Dann springt der Centerspieler auf, läuft zu den Angestellten und bittet auf Englisch um Nachschub. "Ich muss viel essen", entschuldigt sich Koturovic, "oder findest du, dass ich zu dick bin?"

Nein, eigentlich nicht. 120 Kilogramm verteilt auf zwei Meter und zehn Zentimeter, das dürfte schon in Ordnung sein. Schließlich hat Alba Berlin den Centerspieler von Ülker Istanbul in der Sommerpause weggelotst, um wieder Masse und Größe unter den Körben zu bekommen. Nach dem Weggang von Patrick Femerling und Geert Hammink müssen in der kommenden Saison der 28-jährige Jugoslawe und Rückkehrer Teoman Öztürk für die Berliner den Job in der Zone erledigen. "Die Ansprüche und Erwartungshaltungen hier sind groß", hat Koturovic bereits nach drei Wochen erkannt, "vor allem der neue Trainer Emir Mutapcic ist sehr ambitioniert." Und das ist auch in Ordnung so, findet der Zugang, der einen Zweijahresvertrag mit Alba abgeschlossen hat. "Das Ziel von Alba muss es sein, in Europa an der Spitze zu stehen."

Geht es nach Koturovic, dann haben die Berliner bereits einen Spitzenplatz in Europa erreicht. "Sie sind in der Top Five der Kategorie: best organized Club." Die perfekte Organisation hat es dem Jugoslawen angetan, vielleicht auch deshalb, weil er bei Ülker Istanbul anderes gewohnt war. "In Istanbul hat man sich nicht um die Spieler gekümmert", sagte Koturovic. Er kann nicht viel Positives berichten, wenn er über seine Zeit in Istanbul spricht. Überhaupt muss man sich wundern, dass er es zwei Jahre dort ausgehalten hat. "Die Istanbuler Zuschauer habe ich nicht gemocht", sagt Koturovic, "viele Schüler und Jugendliche mit Freikarten - das war kein Basketballpublikum." Auch schulde ihm der Klub noch Geld. Wie viel, will er nicht verraten.

Auch im Training unterscheidet sich Alba Berlin von seinem vorherigen Klub. "Hier ist alles viel härter und professioneller", erklärt Koturovic, "das ist die Trainingslehre von Bosna Sarajewo." Zwar schleicht der Riese gegenwärtig aufgrund der harten Vorbereitung nur sehr langsam durch die Hotelhalle. Doch er findet das auch gut. "Wenn ich so weitertrainiert hätte wie in Istanbul, dann hätte ich meine Karriere früher beenden müssen." So aber hofft er, dass er sein Geld noch weitere zehn Jahre mit Basketball verdienen kann.

In seiner persönlichen Statistik der vergangen Jahre ragen der Europameistertitel mit der jugoslawischen Nationalmannschaft 1995 in Athen sowie zwei Meistertitel mit Partizan Belgrad heraus. Doch das Kapitel Nationalmannschaft hat der Basketball-Profi abgeschlossen. Zumindest unter dem aktuellen Trainer Zeljko Obradovic. "Er hat mich zweimal aus der Mannschaft genommen", ärgert sich Koturovic, "das letzte Mal vor den Olympischen Spielen in Atlanta." Warum, wisse er bis heute nicht, auch viele Journalisten hätten sich darüber gewundert. "Jetzt habe ich auch nicht mehr die Ambitionen, in die Nationalmannschaft zu kommen."

Der Kontakt mit den neuen Teamkameraden fällt ihm nicht schwer. Zwar spricht er kein Deutsch, doch mit den meisten Spielern unterhält er sich auf Englisch, und mit Marko Pesic, Stipo Papic und Trainer Emir Mutapcic kann er auch seine Muttersprache sprechen. In seine Heimatstadt Belgrad will er zwar irgendwann wieder zurückkehren, "aber noch nicht so schnell". Schließlich kommt er als Single nach Berlin, und das soll sich doch irgendwann ändern. Koturovic sagt: "Vielleicht finde ich mein Glück in Berlin."

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