Sport : Alba Berlin: Ein junger Wachhund

Benedikt Voigt

Stefano Garris hatte den Basketball aus zwei Metern neben den Korb geworfen, nun versuchte er ihn mit einem mächtigen Sprung ins Aus zu retten. Zwischendrin erklang die Schlusssirene. Doch Garris versuchte trotzdem, den Ball noch im Spiel zu halten. "Das Spiel ist aus, Nino", rief der Hallensprecher ins Mikrofon, und dieser Hinweis war gut. Sonst würde Stefano Garris vielleicht noch heute werfen.

Stefano Garris ist zurzeit hochmotiviert, wie die Viertelfinalserie im Play-off um die Deutsche Meisterschaft gegen die Opel Skyliners zeigt. Beim 85:66 am Samstag kam der 21-jährige Aufbauspielern auf acht Punkte und zwei Rebounds. Trainer Emir Mutapcic hatte ihn fast 24 Minuten auf dem Feld gelassen. "Er hat auf seinem Niveau gespielt", lobte Mutapcic, "jetzt muss er dieses Niveau auch halten." Und zwar auch heute (20 Uhr), wenn Alba Berlin zum vierten Mal in Folge gegen Frankfurt antritt, diesmal wieder auswärts. Die Berliner führen mit 2:1 Siegen und können heute mit einem Erfolg ins Halbfinale einziehen. "Ich hoffe, Wendell Alexis spielt noch öfters so", sagte Mutapcic nach der nahezu perfekten Leistung des 36-Jährigen in Spiel drei.

Allerdings hatte Frankfurt schon in der vorigen Woche den Heimvorteil nutzen können. Skyliners-Trainer Stefan Koch sagte: "Alba hat die größere Qualität, aber ich bin trotzdem optimistisch, dass wir noch einmal nach Berlin kommen." Wenn sein Team den Überraschungssieg wiederholen kann, dann kommt es am Mittwoch (20 Uhr) zum entscheidenden fünften Spiel. Weiter fraglich ist der Einsatz von Aufbauspieler Derrick Phelps, der in Spiel zwei trotz der Verletzung an der linken Schulter spielte. "Ich will nicht sagen, dass es ein Fehler war, ihn einzusetzen", erklärt Mutapcic, "aber er konnte uns nicht viel helfen."

Dafür profitiert Stefano Garris von einem Ausfall des US-amerikanischen Aufbauspielers. Der Youngster, der noch mit einer Doppellizenz für den Zweitligisten TuS Lichterfelde spielt, wird in die Rotation der Aufbauspieler mit einbezogen. "Wir brauchen diese Impulse von der Bank", sagt Mutapcic. Garris machte in dieser Spielzeit von allen jungen Alba-Spielern den größten Sprung. In der Suproleague fiel es den Nachwuchsspielern von Alba noch schwer, Akzente zu setzen. In den Play-offs aber spielen Garris und auch sein Nachwuchskollege Tommy Thorwarth eine wichtige Rolle. Letzterer dürfte inzwischen zum Albtraum des Frankfurter Topscorers Tyron McCoy geworden sein. Immer wenn Thorwarth das Feld betritt, wirft er sich wie ein Wachhund auf den gefährlichen Distanzschützen. Drei Fouls in acht Minuten sind Resultat seiner Aggressivität. Viel wird sich an diesem Bild auch heute nicht ändern. Mutapcic: "Das ist Play-off-Verteidigung, die müssen wir am Montag wiederholen."

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