Alba Berlin : Ein Typ für große Träume

Immanuel McElroy hat Albas Basketballern 2006 mit Köln den Weg zum Titelgewinn verbaut – jetzt will er mit Berlin Meister werden.

Helen Ruwald
McElroy
Kölner Jubel in Berlin. Immanuel McElroy (vorne) feiert mit Titus Ivory seinen Dreipunktewurf in letzter Sekunde im Finale in...Foto: dpa

Berlin Eine Sekunde war noch zu spielen, nur noch eine Sekunde an jenem 4. Juni 2006 in der Max-Schmeling-Halle. Alba Berlin führte im dritten Play-off-Finalspiel gegen Rhein Energie Köln nach 24 Punkten Vorsprung 80:79. Dann kam Immanuel McElroy an den Ball. Er warf aus der Distanz – und mit der Schlusssirene fiel der Ball zum Kölner Sieg in den Korb. Drei Tage später war Köln überraschend Deutscher Meister, McElroy wurde als wertvollster Spieler der Finalserie geehrt.

"Jetzt wird er noch wichtiger"

War jener Korb von McElroy vor zwei Jahren für die Berliner Beteiligten ein Alptraum, so wäre ein erneuter erfolgreicher Wurf des US-Amerikaners im Finale 2008 für Alba ein Traum: seit Februar spielt der 28-Jährige in Berlin. Er ist einer von nur drei Berliner Profis, die schon Deutscher Meister waren: Aleksandar Nadjfeji feierte 2006 mit McElroy in Köln den Titel, Patrick Femerling 1999 und 2000 mit Berlin. Nun wollen alle drei Alba zum Titelgewinn führen, heute beginnen die Play-offs mit dem ersten Viertelfinalspiel gegen die Eisbären Bremerhaven (19.30 Uhr, Max-Schmeling-Halle).

McElroy, unlängst zum zweiten Mal in Folge als bester Verteidiger der Basketball-Bundesliga ausgezeichnet, ist nach dem Rauswurf von Dijon Thompson in die Startaufstellung gerückt. Leistungsträger war er wegen seiner Defensivstärke, Übersicht und Schnelligkeit ohnehin, „jetzt wird er noch wichtiger“, sagt Sportdirektor Henning Harnisch.

Erstmal einen Schritt zurücktreten

McElroy musste sich in Berlin an eine neue Rolle gewöhnen. In Köln drehte sich alles um ihn, „ich war der wichtigste Mann“, sagt er selbst. Bei Alba aber gibt es viele Top-Spieler, „ich musste einen Schritt zurücktreten. Aber das war kein Problem.“ Nach kurzem Überlegen sagt er aber doch: „Anfangs war es schwierig, von der Bank zu kommen und weniger zu spielen. Aber ich muss einfach Geduld haben.“ Gefühlte 40 Minuten stand er in Köln auf dem Feld, gefühlte 20 in Berlin. Die Realität ist weniger extrem: 36 Minuten in Köln stehen 26 im Durchschnitt in Berlin gegenüber. Auch seine Aufgabe hat sich gewandelt. Bei seinem Ex-Klub steuerte er durchschnittlich 15 Punkte pro Spiel bei, bei Alba sind es acht, der Schwerpunkt seiner Arbeit liegt klar in der Verteidigung. „Wenn sich ihm eine Aufgabe stellt, steht er seinen Mann. Er ist ein pragmatischer, geradliniger Typ“, sagte Geschäftsführer Marco Baldi kurz nach McElroys Verpflichtung.

Entscheidend sei auf dem Weg zum Titelgewinn „dass wir hart und aggressiv spielen“, sagt Immanuel McElroy. Also genau so, wie er es am besten kann.

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