Alba Berlin : Es läuft noch

Nach der verpassten Europaliga-Qualifikation genießt Alba Berlin das Erfolgserlebnis gegen den Deutschen Meister Oldenburg.

Lars Spannagel

Berlin - Zwei Spiele, zwei Siege: Eigentlich ist es bei Alba Berlins Ansprüchen beinahe selbstverständlich, so in die Basketball-Bundesliga zu starten. Am Sonntagabend allerdings, zur Schlusssirene des 69:67-Sieges gegen Oldenburg, streckten die meisten Berliner Spieler ihre Fäuste doch ziemlich demonstrativ in Richtung Hallendecke. Nach der knapp verpassten Qualifikation für die Europaliga und dem hauchdünnen 81:76 nach Verlängerung am Freitag in Gießen stellte der Sieg gegen den Deutschen Meister ein wichtiges Erfolgserlebnis dar.

„Die Aufgabe war nach dem Ausscheiden in der Europaliga-Qualifikation nicht nur mental anspruchsvoll, sondern auch körperlich“, sagte Albas Trainer Luka Pavicevic. „Für uns war es sehr wichtig, stark zurückzukommen und Alba am Laufen zu halten.“ Gegen Oldenburg präsentierte sich Alba nicht nur laufend, sondern auch entschlossen kämpfend und selbstbewusst treffend. „Ein Sieg gegen den Deutschen Meister ist etwas, worauf sich aufbauen lässt“, sagte Sportdirektor Henning Harnisch zufrieden. „Das war heute das, was man im Sportdeutsch wohl eine Standortbestimmung nennt.“

Demnach darf sich Alba – wie erwartet – in der nationalen Spitze verorten. Die im Vergleich zu ihrer Meistersaison nahezu unveränderte Oldenburger Mannschaft war ungeschlagen nach Berlin gereist und hatte zuletzt sowohl Vorjahresfinalist Bonn als auch Mitfavorit Bamberg deutlich besiegt. Genauso wichtig wie der Sieg waren die Fortschritte, die Albas neuer Power Forward Kenan Bajramovic auf dem Spielfeld zeigte. „Für unser Spiel ist seine Position sehr wichtig“, sagte Pavicevic. „Sie bringt fast genauso viele Verpflichtungen mit sich wie die des Spielmachers.“ Deswegen sei es für Bajramovic auch nicht leicht, sich in ein Team zu integrieren, das seit zwei Jahren mit diesem System vertraut ist. „Heute sind bei ihm sehr, sehr gute Aktionen auf leichtsinnige Sachen getroffen“, sagte Harnisch über den Bosnier, der 13 Punkte erzielte, aber auch dreimal den Ball verlor.

Die Oldenburger reisten zwar mit einer Niederlage aus Berlin ab, dürfen aber am Mittwoch beim Polnischen Meister Prokom Gdynia antreten; und damit dort, wo Alba so gern hinwollte – in der Europaliga. Neid oder Trauer kamen deswegen bei Henning Harnisch aber nicht auf: „Das Kapitel ist für diese Saison für mich abgeschlossen“, sagte er, man müsse sich jetzt auf Gegenwart und Zukunft konzentrieren. Luka Pavicevic gab dann aber doch zu, die verpasste Qualifikation noch nicht ganz abgehakt zu haben. „Es wird Tage geben, an denen man den Fernseher anschaltet und auf die Europaliga stößt“, sagte Pavicevic. „Eine Liga, von der wir wissen, dass wir dort hingehören.“ Als er das sagte, machte Pavicevic ein Gesicht, als würde er sich ganz und gar nicht auf diese Fernsehabende freuen.

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