Alba Berlin : Feiern und sparen

Alba Berlins Basketballer treffen in der Europaliga-Qualifikation auf Le Mans. Welche Mannschaft dann im September auf dem Feld steht, wird sich erst in den nächsten Wochen entscheiden.

Helen Ruwald
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Ungewisse Zukunft. Ob Ansu Sesay bei Alba bleibt, ist noch unklar.Foto: Heinrich

Berlin - Marco Baldi war der meistgefeierte Mann in Barcelona. Der Geschäftsführer von Alba Berlin wurde beim Treffen der Europaliga gleich mit zwei Trophäen bedacht. „Wir haben alles abgeräumt“, sagte er lachend. Die Verantwortlichen der 24 Europaliga-Teams wählten Baldi zum Manager des Jahres, zudem erhielt der Klub den Marketing Award in Gold. „Die Europaliga schätzt innovative Arbeit der Klubs, nicht einen Präsidenten, der 20 Millionen rauswirft“, sagt Baldi. Besonders beeindruckten Albas sportlicher Auftritt mit dem Einzug in die Runde der besten 16 Teams und die neue Halle am Ostbahnhof, in der Alba in der Vorrunde mit 11 264 Zuschauern im Schnitt einen Europaliga-Rekord aufstellte.

Baldi reiste mit zwei Pokalen zurück nach Deutschland – ob sein Klub in der kommenden Saison überhaupt in der Europaliga-Hauptrunde startet, steht indes noch nicht fest. Nach dem Aus im Play-off-Halbfinale der Bundesliga gegen Bonn hievte die Europaliga die Berliner mit einer Wildcard in die Qualifikation. Acht Teams kämpfen dort um zwei Plätze für die Hauptrunde. Die gestrige Auslosung bescherte Alba in der ersten von zwei Runden den französischen Pokalsieger Le Mans Sarthe. Das Hinspiel findet am 29. September in Frankreich statt, das Rückspiel am 2. Oktober in Berlin. Der Sieger trifft am 6. und 9./10. Oktober auf Aris Saloniki oder Maroussi Athen.

Le Mans gewann in der vergangenen Europaliga-Saison nur zwei Spiele, eines davon aber beim Final-Four-Teilnehmer Olympiakos Piräus. „Le Mans ist sicher einer der dicksten Brocken“, sagte Baldi, für den die größte Schwierigkeit darin liegt, „dass die Qualifikation ein Höhepunkt vor der Saison ist. Eigentlich muss man die Vorbereitung anders angehen.“ Erst am 20. September endet die EM in Polen, bei der die Berliner Steffen Hamann, Johannes Herber und Philip Zwiener dabei sein werden. Die Bundesliga beginnt im Oktober. Eine Einspielphase für die Qualifikationsspiele wird es also nicht geben, obwohl die Teilnahme an der Europaliga für Alba sportlich wie finanziell sehr bedeutsam ist. Im zweitklassigen Eurocup könnte die Großarena kaum gefüllt werden. „Wer keine Nationalspieler bei der EM hat, ist im Vorteil“, sagt Baldi, „Le Mans hat keine.“ Mit Testspielen will Alba sich in Form bringen, „allerdings finden wegen der Wirtschaftskrise weniger Vorbereitungsturniere statt.“

Die Alternative zu Spielpraxis laut Baldi: „Kontinuität wahren“. Ein eingespieltes Team geht mit größeren Chancen in die Qualifikation. Die Verträge vieler Spieler (Wright, Jacobsen, Sekulic, Zwiener, Nadjfeji, Dojcin, Femerling) sind zum Saisonende ausgelaufen, im Fall von Ansu Sesay kann Alba eine Option ziehen. Noch ist offen, wer bleibt und wer nicht. Alba müsse, so Berlins Geschäftsführer, ebenso wie viele andere Klubs „den Gürtel enger schnallen. Die Bedingungen auf dem Markt haben sich verändert. Wir sind gut beraten, die Nerven zu behalten.“ Die Transfers in ganz Europa laufen schleppend an. Noch sind die Spieler zu Vorjahresbedingungen auf dem Markt, doch irgendwann, so das Kalkül, werden die Preise fallen.

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