Sport : Alba Berlin: Femerling ist der neue Chef

Moses März

Berlin – Alle sitzen, nur einer steht: Patrick Femerling feuert sein Team von Alba Berlin von der Auswechselbank aus energisch und lautstark an. Auch im Sitzen würde Patrick Femerling mit seiner Körpergröße von 2,15 Metern herausragen, doch die Szene aus dem Basketball-Bundesligaspiel gegen Jena macht deutlich: Patrick Femerling ist nicht nur auf dem Papier Mannschaftskapitän von Alba Berlin. Er ist ihr Chef.

Das dürfte auch heute im Uleb-Cup gegen Guildford Heat (Max-Schmeling-Halle, 19.30 Uhr) nicht anders sein. Die bisher sieglosen Engländer haben zwar in dem mindestens 130 Kilogramm schweren und „Baby Shaq“ genannten Carlton Aaron einen schwergewichtigen Centerspieler in ihren Reihen. Doch mit 2,06 Metern dürfte er gegen den größeren Femerling auf verlorenem Posten stehen. In der Bundesliga dominiert Femerling ohnehin unter den Körben, er erzielt durchschnittlich 12,6 Punkte und fängt 4,8 Rebounds. Damit ist der mit 192 Einsätzen Rekordnationalspieler Deutschlands viertbester Scorer seines Teams. „Ich habe schon meine Qualitäten“, sagt Femerling.

Bei der Europameisterschaft im September war das noch anders, doch in seiner Wahlheimat Berlin, wo er bereits von 1998 bis 2000 spielte, fühlt er sich sichtlich wohl. Als erfahrenster Spieler im Alba-Kader – zweimal hat er unter anderem den Europaligatitel gewonnen – ist er auch die Integrationsfigur für neue Spieler. „Ich habe immer versucht, viel mit meinen Mitspielern zu reden“, sagt Femerling und grinst, „vielleicht so viel, dass ich ein paar meiner Kollegen damit auf die Nerven gehe.“ Als neuer Chef aber muss er das wohl auch. Moses März

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben