Alba Berlin im Europacup : Hauptsache hin und weg

Alba Berlin ist ohne Angst vor den Unruhen in die Ukraine aufgebrochen. Am frühen Mittwochabend treffen die Berliner auf Khimik Juschni.

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Clifford Hammonds im Anflug. Im Hinspiel siegten die Berliner gegen Juschni 87:71.
Clifford Hammonds im Anflug. Im Hinspiel siegten die Berliner gegen Juschni 87:71.Foto: Imago

Geboxt wird in dieser Woche in der Ukraine wohl nicht, Basketball gespielt hingegen schon. Während die deutsche Boxstaffel in der halbprofessionellen Weltliga WSB ihren für Samstag geplanten Wettkampf in Kiew mit dem Hinweis auf „kriegsähnliche Zustände“ in der Ukraine absagte, reisten Alba Berlins Basketballer am Dienstagnachmittag in das seit Wochen von Protesten und Unruhen erschütterte Land. Die Berliner fühlen sich vor dem heutigen Eurocup-Spiel bei Khimik Juschni sicher (17 Uhr, kostenlose Übertragung im Internet auf www.rbb-online.de). „Es gibt keine Diskussion und keine Befürchtungen“, sagt Albas Geschäftsführer Marco Baldi. „Wir machen uns da keine Sorgen.“

Die Berliner spielen ihre 24. Saison hintereinander im Europapokal, vermeintlich kritische Reisen sind dem Klub nicht neu. „Wir haben die ständige Situation in Israel, wir hatten Unruhen in der Türkei“, sagt Baldi. „Es gibt immer wieder Unruheherde.“ 2001 musste Alba einen Monat nach den Terroranschlägen vom 11. September bei Maccabi Tel Aviv antreten, der Großteil des Teams wäre lieber zu Hause geblieben. Letztendlich reiste Alba doch nach Israel und kehrte wohlbehalten zurück. Von Bedenken wie damals ist Alba nun weit entfernt. Der Klub orientiert sich an den Sicherheitshinweisen des Auswärtigen Amts und der Euroleague, die auch den Eurocup ausrichtet. Aus der Zentrale der Liga in Barcelona habe man aber nur „ganz große Gelassenheit“ vermittelt bekommen, sagt Baldi: „In Juschni ist alles ruhig, das ist eine relativ kleine Stadt.“ Zumal ein nicht unerheblicher sportlicher Erfolg winkt: Mit einem Sieg könnte das in der Zwischenrunde noch ungeschlagene Alba-Team von Trainer Sasa Obradovic bereits nach vier von sechs Gruppenspielen ins Achtelfinale einziehen.

Kopfzerbrechen bereitet den Berlinern nur die Anreise ins südukrainische Juschni über Odessa und Kiew, wo Temperaturen von minus 25 Grad erwartet werden. Baldi fürchtet sich vor einem „Horror-Trip, bei dem man auf einem vereisten Flughafen hängen bleibt“. Wie im Dezember 2010, als Alba auf der Rückreise aus dem süditalienischen Caserta in München strandete und sich mit Bahn und Bus nach Berlin durchkämpfen musste. Der damalige Trainer Luka Pavicevic ist heute noch davon überzeugt, dass die 34-stündige Odyssee zur anschließenden Formkrise und letztlich zu seiner Entlassung führte. Insofern gilt Baldis Hauptsorge auch weniger dem Aufenthalt in der Ukraine als der An- und Abreise: „Wichtig ist, dass wir glatt durchkommen.“

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