Alba Berlin : Kein Mädchen für alles mehr

Alba Berlin trennt sich kurz vor Saisonbeginn von seinem langjährigen Mannschaftsbetreuer Eicke Marx. Angeblich soll er Klubinterna ausgeplaudert haben.

Lars Spannagel

Berlin - Auf der Homepage von Alba Berlin ist ein Video zu sehen, in dem Eicke Marx, der langjährige Mannschaftsbetreuer des Basketball-Bundesligisten, portraitiert wird. Der Titel: „Mädchen für alles – ein Leben für den Profisport“. Seit 1999 war der 32-jährige Marx im Verein beschäftigt, als Betreuer kümmerte er sich darum, dass es den Spielern nie an sauberen Trikots, Getränken und Handtüchern mangelte. Am Rande eines Vorbereitungsturniers in Leipzig, an dem Alba an diesem Wochenende teilgenommen hat, wurde bekannt, dass sich Alba von Marx getrennt hat, anscheinend nicht im Guten.

„Eicke Marx übt nicht mehr die Funktion bei Alba aus, die er bisher innehatte“, sagte Sportdirektor Henning Harnisch. „Deswegen ist er auch nicht mit hier in Leipzig.“ Darüber hinaus wollte der Klub die Personalie nicht kommentieren. Marx kam als Fan zu Alba und half zunächst ehrenamtlich mit. Später arbeitete er als Mannschaftsbetreuer. Bei Spielen saß er mit auf der Bank. In dem Video auf der Alba-Homepage spricht Marx über seinen Alltag und sagt unter anderem, er verbringe mehr Zeit mit der Mannschaft als mit seiner Familie. Seine Beziehung zu Physiotherapeut Ramon Garcia sei „fast wie eine Ehe“. Auch Harnisch kommt in dem Video zu Wort. „Eine Profimannschaft ist immer ein größeres Team“, sagt Harnisch in dem Clip. „Aber es gibt welche, die immer dabei sind. Einer davon ist Eicke. Er ist für Alba sehr, sehr wichtig.“ Umso erstaunter waren Berliner Fans, als Marx in Leipzig nicht dabei war. „Wir haben mitbekommen, dass er nicht mehr wie sonst auf der Bank saß. Das hat mich schon ziemlich geplättet“, sagt Jörg Busche, Vorsitzender des Fanklubs „Alba-Tross“. Marx habe immer dazugehört und sei ein Ansprechpartner für die Spieler gewesen. „Dass er jetzt nicht mehr dabei ist, hängt wohl davon ab, was er sich zu Schulden kommen lassen hat.“ In Internetforen wird darüber spekuliert, Marx habe Klubinterna ausgeplaudert.

Nach einem 88:66-Sieg am Sonnabend gegen den MBC Weißenfels aus der Zweiten Liga schlug Alba im Finale des Turniers am Sonntag den tschechischen Erstligisten CEZ Nymburk 91:84. Wenn Alba am Dienstag im Champions Cup bei Pokalsieger Quakenbrück antritt und am kommenden Sonntag gegen den selben Gegner die Saison eröffnet, wird Eicke Marx wohl nicht dabei sein. Lars Spannagel

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