Alba Berlin : Lange Geschichte mit kurzem Ende: Alba entlässt Hollis Price

Am Tag vor dem Pokal-Spiel in Quakenbrück trennt sich Alba von Hollis Price. Der Aufbauspieler soll sich nicht voll für Mannschaft und Verein engagiert haben.

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Hollis Price muss Alba verlassen.
Hollis Price muss Alba verlassen.Foto: Kai-Uwe Heinrich

Berlin - Dass Alba Berlin auf die blamable 64:76-Heimniederlage am Sonntag gegen Bonn reagieren musste, war klar. Seit gestern gibt es auch Gewissheit darüber, mit welchem ersten Schritt der Basketball-Bundesligist seine sportliche Misere hinter sich lassen will. Zweieinhalb Wochen nach der Entlassung von Trainer Luka Pavicevic teilte Alba am Dienstag mit, dass sich der Klub mit sofortiger Wirkung von Spielmacher Hollis Price trennt. In der Erklärung wurde Pavicevics Nachfolger Muli Katzurin mit der Aussage zitiert, seiner Mannschaft würden „nur diejenigen Spieler weiterhelfen, die sich voll für unser Programm aufopfern“. Allem Anschein nach war das bei Price nicht der Fall. Der 31-Jährige reiste am Dienstag bereits nicht mehr mit nach Quakenbrück zum heutigen Pokalspiel (19.30 Uhr) bei den Artland Dragons. Ob die Berliner Ersatz für den US-Amerikaner verpflichten, ist noch unklar. „Man muss sehen, was sich auf dem Markt tut“, sagt Team-Manager Mithat Demirel.

Gegen Bonn hatte nicht nur Price eine professionelle Einstellung vermissen lassen, sondern fast das gesamte Berliner Team. Alba will die Entlassung allerdings nicht als direkte Reaktion auf das Debakel verstanden wissen, vielmehr habe die Trennung von Price eine „lange Vorgeschichte“, wie Demirel sagt: „Wir hatten seit Beginn der Saison sehr viel Geduld mit Hollis.“ Der 1,86 Meter große Spielmacher, der bereits in der Saison 2005/06 für Alba gespielt hatte, sei schon im Sommer „nicht gerade fit“ in Berlin angekommen. Anfang Dezember zog sich Price dann bei der 74:78-Heimniederlage gegen Quakenbrück einen Muskelfaserriss zu und fiel mehrere Wochen lang aus. „Das kann immer passieren“, sagt Demirel. „Aber dann muss man auch alles daransetzen, um sich wieder heranzukämpfen – und sich nicht mit 1000 anderen Dingen beschäftigen.“ Laut Demirel hatte sich Price unter Pavicevic über dessen langsame Spielweise beschwert, zuletzt hatte der Amerikaner gegenüber dem Tagesspiegel angemerkt, bei drei Spielen pro Woche müsse man vielleicht nicht ganz so hart trainieren. Dann fügte er noch hinzu, dies sei aber nur seine Meinung, er sei schließlich „nur ein Spieler“.

Demirel betont, dass die Entlassung keine alleinige Entscheidung Katzurins gewesen sei, sondern ein gemeinsamer Entschluss: „Muli hat das auch so gesehen wie wir.“ In den ersten vier Spielen unter Katzurin hatte Price stets in der Startformation gestanden, überzeugt hatte er in dieser Saison aber nur selten.

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