Alba Berlin : Mit viel Liebe für Details

Akribisch bereitet sich Alba auf die Saison vor. In der könnten einige Nachwuchsspieler ihre Chance bekommen

Lars Spannagel
Alba
Da lang. Albas Trainer Luka Pavicevic weist seinen Spielern die Richtung: Auf in die neue Saison. -Foto: Kai-Uwe Heinrich

BERLINEigentlich sollte man Profisportlern zutrauen können, geradeaus laufen zu können. Luka Pavicevic macht es seinen Spielern aber zur Sicherheit lieber noch einmal vor. Der serbische Trainer von Alba Berlin zeigt den 13 Spielern, die sich derzeit in der Max-Schmeling-Halle auf die neue Basketballsaison vorbereiten, wie sie die Füße zu setzen haben. Während die Spieler Bahn für Bahn durch die Halle joggen, um ihre Ausdauer zu stärken, korrigiert Pavicevic mit ruhiger, aber bestimmter Stimme Armeinsatz und Kniehebung. „Er legt viel Wert auf Details“, sagt Albas neuer Flügelspieler Lee Cummard. Das sei das erste, was ihm in den ersten Trainingseinheiten an Pavicevic aufgefallen ist.

Cummard ist bislang der einzige neue Spieler im Kader der Berliner. Insofern kann Pavicevic sich gleich um Feinheiten kümmern, dem Großteil seines Teams sind die Grundzüge seiner Spielweise aus der vergangenen Saison vertraut. Julius Jenkins, Immanuel McElroy und Rashad Wright scheinen sich sogar zu freuen, dass die strapaziöse Saisonvorbereitung begonnen hat: Sie blödeln miteinander, während den Nachwuchsspielern, die mittrainieren dürfen, ihre Nervosität anzusehen ist. Doch in dieser Saison könnten einige von ihnen ihre Chance bekommen. „Unser Kader wird nicht so tief sein wie bisher“, sagt Pavicevic. Er wartet noch auf die Verpflichtung eines Power Forwards, der ins Team passt – und in Albas geschrumpftes Budget.

Neben Philip Zwiener, der sich mit dem deutschen Nationalteam auf die EM vorbereitet, könnten auch Oskar Fassler und Oliver Clay künftig mehr Spielzeit bekommen. Zusammen mit Albas zweitem Nationalspieler Steffen Hamann würden sie die vier deutschen Positionen im Kader besetzen. Ohne Zwiener und Hamann reist Alba am Montag zunächst einmal für ein zweiwöchiges Trainingslager ins slowenische Kranjska Gora. Dabei sein wird Mithat Demirel. Der 31 Jahre alte ehemalige Alba-Spielmacher ist zurzeit ohne Klub und kann sich so in Form bringen. Ob die letzte Verstärkung am Montag auch schon dabei ist, steht noch nicht fest. „So etwas darf man nicht überstürzen“, sagt Pavicevic, bevor er sich wieder seinen Spielern widmet. Während sich Lee Cummard dehnt, redet der Trainer minutenlang auf den 24-Jährigen ein. Als die Mannschaft anschließend in Viererteams Schnellangriffe übt, unterbricht Pavicevic immer wieder: „Wenn ich Stopp sage, dann stoppst du!“

Pavicevics neuer Assistent Umberto Badioli hält sich im Hintergrund. Zurzeit verbringt er zwölf Stunden am Tag mit seinem neuen Chef, mittags und abends essen sie miteinander. Wird dabei auch über Basketball gesprochen? „Immer und ausschließlich“, antwortet Badioli lächelnd. Auch er hat Pavicevics Vorliebe für Details schon kennengelernt.

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