Alba Berlin : Phase zwei ist eingeleitet

Nach dem 75:73-Sieg zum Auftakt im Eurocup gegen Teramo beginnt für Alba die Zeit der Doppelbelastung zwischen Bundesliga und Europapokal.

Lars Spannagel

Berlin - Henning Harnisch hatte alle Zeit der Welt, um am Telefon ein paar Fragen zu beantworten. Am Freitagnachmittag stand Alba Berlins Sportdirektor mit dem Mannschaftsbus auf dem Weg zum heutigen Spitzenspiel bei den Artland Dragons (19.45 Uhr, live im DSF) im Stau, irgendwo in Niedersachsen, Ausfahrt Groß Mackenstedt. In den nächsten Wochen kommen noch einige Reisen und Fahrten auf Albas Basketballer zu. „Wir haben jetzt einen anderen, schnelleren Rhythmus mit einem Wechsel zwischen nationalen und internationalen Spielen“, sagt Harnisch. „Das dauert mindestens bis zum Januar, hoffentlich länger.“

Nach dem 75:73-Sieg zum Auftakt im Eurocup gegen Teramo beginnt für Alba die Zeit der Doppelbelastung zwischen Bundesliga und Europapokal. „Eine Saison ist immer über Zyklen definiert“, sagt Harnisch. Die Play-offs zum Beispiel, oder Albas „sehr eigenwilligen“ Saisonstart mit den Entscheidungsspielen um den Einzug in die Europaliga. „Wir sind froh, dass wir jetzt eine gute Grundlage haben“, sagt Harnisch. Nach fünf Bundesligasiegen in Folge hat Alba die Tabellenspitze übernommen, Quakenbrück ist mit sieben Siegen aus elf Saisonspielen derzeit Zweiter.

Erst am Sonntagmorgen gegen 5 Uhr werden die Berliner nach einer Busfahrt von mindestens sechs Stunden aus Quakenbrück zurück in der Heimat sein, bereits tags darauf fliegt die Mannschaft über München und Donezk zum zweiten Eurocup-Gruppenspiel zum Ukrainischen Meister Azovmash Mariupol.

„Das ist eine große Belastung für unsere Arbeit als Trainer“, sagt Albas Coach Luka Pavicevic. „Es macht unser Leben sehr viel schwieriger.“ Bereits auf der Rückfahrt aus Quakenbrück wird der Serbe mit seinen Assistenten die Partie in Mariupol vorbereiten, um die Spieler im Training am Sonntagabend und nach der Ankunft in der Ukraine auf den Gegner einzustellen. Albas Spieler haben durch den veränderten Rhythmus nur sehr wenig Zeit zum Erholen. „Aber die meisten tragen das in sich, das ist Teil des Profidaseins“, sagt Henning Harnisch. Und als Alternative zum täglichen Training beim akribischen Arbeiter Pavicevic seien die Spiele vielleicht sogar eine „wohltuende Abwechslung“.

Zudem sieht Harnisch, der sich schon zu seiner Zeit als Profi stets für die Welt abseits des Basketballfeldes interessierte, auch einen gewissen Reiz in den vielen anstrengenden Reisen. „Da kommt man auch an Orte, in die man nicht unbedingt ständig in den Urlaub fahren würde“, sagt Henning Harnisch. Groß Mackenstedt zum Beispiel.

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