Alba Berlin : Sasa Obradovic lässt seine Zukunft weiter offen

Die Basketballer von Alba Berlin verabschieden sich von ihren Fans, die sich fragen: Wer kommt zurück nach Berlin? Besonders die Zukunftsplanungen von Trainer Sasa Obradovic wird entscheidend für die Zukunft des Vereins.

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Ernste Angelegenheit. Banic (l.) und Obradovic könnten Alba verlassen.
Ernste Angelegenheit. Banic (l.) und Obradovic könnten Alba verlassen.Foto: dpa

Marco Baldi gab die wichtigste Frage des Tages gleich mal weiter. Bei Alba Berlins Saisonabschlussfeier hatte der Moderator vom Manager wissen wollen, wie es denn nun mit Trainer Sasa Obradovic weiter gehe. „Das ist eine zentrale Frage, die wir sehr schnell angehen werden“, antwortete Baldi. „Aber Sasa kommt ja gleich auf die Bühne – fragt ihn doch selbst.“ Der serbische Coach begann seinen Auftritt zunächst mit einem Scherz – „Lasst uns den Vertrag gleich hier fertigmachen!“ – gab dann aber keine definitive Aussage zu seiner Zukunft. Allerdings klang der 46-Jährige am gestrigen Sonntagnachmittag deutlich weniger nach Abschied als noch drei Tage zuvor nach dem Play-off-Aus gegen den FC Bayern.

Bei den Berlinern wird viel davon abhängen, ob Obradovic bleibt. Der Serbe steht zwar auch für die kommende Saison noch bei Alba unter Vertrag. Innerhalb der nächsten drei Wochen kann er aber per Option aus dem Kontrakt aussteigen, in diesem Fall müsste sein neuer Arbeitgeber eine Ablösesumme zahlen. Als hartnäckigstes Gerücht hält sich das Interesse des spanischen Klubs Valencia Basket, der zurzeit noch im spanischen Playoff-Halbfinale gegen Real Madrid spielt.

Obradovic sagte, er sei "komplett leer"

Obradovic sagte vor rund 500 Fans im Foyer der Arena am Ostbahnhof, er sei nach der langen Saison „komplett leer“. Er müsse sich erst einmal um seinen eigenen Körper kümmern, der in der stressigen Saison gelitten habe. „Dann werde ich mich aber daran machen, die neue Saison und den Kader vorzubereiten“, sagte der Serbe. Ob es sich dabei um den Kader von Alba Berlin handeln werde, wurde Obradovic gefragt. Seine Antwort: „Ich habe ja noch einen Vertrag bei Alba.“

Ganz so selbstverständlich dürfte eine weitere Zusammenarbeit zwischen Coach und Klub aber nicht zustande kommen. Vielleicht kommt ausgerechnet Erzrivale FC Bayern den Berlinern ja zu Hilfe: Sollten die Münchner ihren Meistertitel verteidigen, wäre Alba heißester Kandidat für die Wildcard, die Euroleague-Chef Jordi Bertomeu der Bundesliga in Aussicht gestellt hat. Angesichts von Albas internationaler Reputation und der Arena am Ostbahnhof, in der im Mai 2016 das nächste Final-Four-Turnier der Euroleague ausgetragen wird, ist es kaum vorstellbar, dass die Baskets Bamberg als zweiter deutscher Vertreter von der Liga in den Wettbewerb gehievt werden. Die Euroleague dürfte Obradovic deutlich mehr reizen als der Eurocup.

„Wir müssen sehr, sehr geduldig sein"

Neben dem Trainer hielten sich auch jene Profis bedeckt, deren Wechsel als wahrscheinlich gilt. Alle bedankten sich zwar bei den Fans und betonten, wie sehr es ihnen in Berlin gefallen habe und wie herausragend die Stimmung im Team gewesen sei. Für die allermeisten Profisportler sind das aber nicht die entscheidenden Kriterien für den nächsten Karriereschritt. „Wir sind noch gar nicht in Vertragsverhandlungen“, sagte Marco Baldi über einen möglichen erneuten Umbruch im Team. Und Sportdirektor Mithat Demirel betonte, dass Alba Berlin wie in jedem Sommer nicht der Klub sein werde, der auf dem Spielermarkt als erster zuschlägt. „Wir müssen sehr, sehr geduldig sein – und dann im richtigen Moment bereit sein“, sagte Demirel. „Und dabei auch ein bisschen Glück haben.“

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