Alba Berlin : Sesay trägt die Zielscheibe auf dem Rücken

Albas Forward Ansu Sesay hat derzeit kein Glück. Er muss aufpassen, dass ihm seine langen Arme nicht zum Verhängnis werden.

Lars Spannagel

Berlin - Ansu Sesay verstand die Welt nicht mehr, seine langen Arme ließ er kraftlos herunterhängen. Gerade hatte er gegen die Baskets aus Bamberg 24 Sekunden lang hervorragend verteidigt, nur um dann doch noch bestraft zu werden. Sein Gegenspieler Predrag Suput hatte sich in die Zone gewühlt und den Ball irgendwie in Richtung Korb gewürgt, an den ausgestreckten Fingern des Berliners vorbei. Die Schiedsrichter aber wollten eine Berührung gesehen haben und entschieden auf Foul – Sesays fünftes. Knapp anderthalb Minuten vor dem Ende des Spiels, das 72:62 für Bamberg endete, musste der 32-Jährige auf der Bank Platz nehmen, hinter der sein Trainer Luka Pavicevic tobend ein Absperrband malträtierte. Es lief gar nicht gut am Samstag für Alba, und schon gar nicht für Sesay. Trotzdem wird der US-Amerikaner auch beim heutigen Bundesliga-Auswärtsspiel in Trier in Alba Berlins Startformation stehen. Obwohl der Power Forward zuletzt nicht mehr so stark auftrumpfte wie zu Beginn der Saison und ihm gegen Bamberg in nur knapp 10 Minuten Spielzeit lediglich ein Punkt und ein Rebound gelang.

„Manchmal kommt es mir so vor, als hätte ich eine Zielscheibe auf dem Rücken“, sagt Sesay und spielt damit auf sein fünftes Foul gegen Bamberg an. „Suput steckte in der Klemme, und die Schiedsrichter haben ihn da rausgeholfen.“ Als hervorragender Shotblocker versucht Sesay immer, seinen Gegner mithilfe seiner enormen Spannweite am Wurf zu hindern – am Samstag nach Ansicht der Schiedsrichter allerdings selten regelkonform.

Nachdem ihn Alba im Sommer von Armani Mailand verpflichtet hatte, war Sesay überragend in die Saison gestartet. In den ersten 13 Spielen erzielte er im Schnitt 13,6 Punkte und überzeugte mit seinem nicht nur für seine Größe von 2,06 Meter sicheren Distanzwurf. In den 13 Spielen seitdem gelangen ihm im Schnitt fünfeinhalb Punkte weniger. Sesay glaubt, dass das mehrere Gründe hat. „Ich habe zum Teil weniger gespielt, weil ich Foulprobleme hatte“, sagt er. „Außerdem kennen mich die anderen Teams inzwischen und verhindern, dass ich den Ball da bekomme, wo ich will.“ Mit seiner Wurfquote – mit 45,1 Prozent ist er einer der besten Dreierschützen der Liga – ist Sesay immer noch zufrieden. „Aber wenn ich keine Würfe bekomme, kann ich auch nichts machen.“

Die gute Laune hat sich Ansu Sesay dadurch nicht verderben lassen. Über sein unglückliches Foul vom Sonnabend kann er schon wieder lachen. „Ich muss einfach aggressiv bleiben“, sagt er. Dabei muss er nur aufpassen, dass ihm seine langen Arme nicht zum Verhängnis werden.

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