Sport : Alba Berlin: Sicherheit ist ein subjektives Gefühl

Bislang empfand man den Pressekonferenzraum der Max-Schmeling-Halle als ausgesprochen hässlich. Meterhohe Spritzbetonwände strahlen in dem hörsaalähnlichen Raum die Gemütlichkeit eines Bunkers aus. Was früher nur Beklemmung verursachte, löst in diesen Tagen irgendwie auch ein positives Gefühl aus. Bunker, schwingt in diesem Wort nicht auch Sicherheit mit?

Die Wahrnehmung hat sich verändert. "Sicherheit ist ein gesellschaftliches Thema geworden", sagt Marco Baldi, der Vizepräsident von Alba Berlin. Sein Klub hat es sich deshalb nicht leicht gemacht mit der Entscheidung, am Donnerstag in der Euroleague bei Maccabi Tel Aviv anzutreten. Beim Deutschen Basketball-Meister versammelte sich gestern um 17 Uhr auf der Geschäftsstelle ein Vereinsrat bestehend aus Mannschaftsrat, Präsidium, Manager und Trainern. "Mein Wunsch ist es, dass wir eine gemeinsame Entscheidung treffen", hatte Marco Baldi gesagt. Nach zweistündiger Diskussion traf dann Albas Vorstand die Entscheidung, doch der Weg bis dahin war ein sehr vernünftiger, weil gemeinsamer.

Dabei ist das demokratische Element im Mannschaftssport unterentwickelt. Trainer, Manager oder Vereinspräsidenten bestimmen das Vorgehen im Sport. Man kann ja auch schlecht die Spieler über die nächste Aufstellung abstimmen lassen. Doch wenn es um eine Fahrt nach Israel geht, liegt der Fall anders. Es geht um die Sicherheit eines jeden einzelnen Spielers. "Sicherheit ist ein sehr subjektives Gefühl", sagt Baldi, "es gibt keine Generalmeinung." Alba trug dem Rechnung. Schon vor der gemeinsamen Diskussion hatte der Vizepräsident gesagt, dass man keinen Spieler für die Reise dienstverpflichten wolle. Nach der Entscheidung sagte er jedoch auch: "Ich gehe davon aus, dass alle Spieler mitfahren."

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