Alba Berlin verliert gegen ZSKA Moskau : Die rote Mauer steht

Albas Basketballer verlieren zum Euroleague-Auftakt 68:84 gegen ZSKA Moskau. Moskaus Spielmacher Milos Teodosic scheint sich gar zu langweilen. Die zahlreichen Euroleague-Debütanten der Berliner hingegen taten sich schwer.

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Moskaus Milos Teodosic (m.) klatscht mit Moskaus Sasha Kaun (l.) ab. Wenig lustvoll.
Moskaus Milos Teodosic (m.) klatscht mit Moskaus Sasha Kaun (l.) ab. Wenig lustvoll.Foto: dpa

Auf dem Basketballfeld wirkt Milos Teodosic bisweilen recht gelangweilt. Auch am Freitagabend trottete der Spielmacher von ZSKA Moskau gegen Alba Berlin recht lässig herum und erweckte mitunter den Anschein, all das Gerenne und Geschubse um ihn herum gehe ihn nicht allzu viel an. Für Teodosic stellte der Auftritt in der Arena am Ostbahnhof schließlich auch nichts Besonderes dar: Er ist 27 Jahre alt, spielt aber schon sein achtes Jahr in der Euroleague. Die langjährige Erfahrung des Kopfs des serbischen Nationalteams und seiner Moskauer Mitspieler war ein Hauptgrund dafür, dass ZSKA zum Auftakt der neuen Euroleague-Spielzeit mit 84:68 (44:38) bei Alba gewann. Für die Berliner war es nach bislang sechs Saisonsiegen die erste Niederlage. „Das sind nun mal die besten Basketballer Europas auf diesem Level, auf allen fünf Positionen“, sagte Albas Akeem Vargas. „Das haben wir vor allem gemerkt, als sie uns Ende des dritten Viertels die Dreier um die Ohren geschossen haben.“

Die zahlreichen Euroleague-Debütanten auf Seiten der Berliner taten sich schwer mit der Akklimatisierung auf der höchsten europäischen Ebene. Immer wieder mündeten Alba-Angriffe in Verzweiflungswürfe, ab und zu prallte ein Berliner bei einer übereilten Aktion an der roten Mauer der ZSKA-Spieler regelrecht ab. Besonders Moskaus Center Sasha Kaun räumte unter den Körben auf, der 2,13 Meter große Routinier punktete im Angriff auch immer wieder selbst. Von Nervosität war bei Kaun, Teodosic und ihren Kollegen verständlicherweise keine Spur: Der finanzstarke russische Dauermeisters stand in den letzten zwölf Jahren elf Mal im Final-Four-Turnier der besten Teams Europas. Wie immer sind die Russen auch in diesem Jahr wieder einer der Titelfavoriten.

 Die Berliner blieben bis zur Halbzeit trotzdem im Spiel, weil sie sich viele Offensivrebounds erkämpften. Die Kontrolle über das Geschehen lag allerdings stets bei den Gästen, die jeden kleinen Fehler ausnutzten – am liebsten mit einem Dreipunktewurf. Nach dem Seitenwechsel spielte ZSKA noch konzentrierter und zielstrebiger, auch der Kampfgeist der Berliner und elf Punkte von Albas Topscorer Reggie Redding konnten dem Spiel keine Wendung mehr geben. Milos Teodosic – 15 Punkte, acht Rebounds, fünf Assists – verzog lediglich bei einigen kleineren Diskussionen mit dem Schiedsrichter eine Miene.

Angesichts der fehlenden Spannung konnten sich die 8886 Zuschauer schon eine Weile vor der Schlusssirene den Kopf darüber zerbrechen, ob die Frisur des Serben das Ergebnis eines kunstvollen Out-of-bed-Stylings ist. Oder ob er tatsächlich immer erst kurz vor Spielbeginn aufsteht.

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