Alba Berlin : Vom Provisorium in die Arena

Die Basketballer von Phoenix Hagen sind am Sonntag zu Gast bei Alba Berlin. Der Aufsteiger hat seine vier letzten Bundesligapartien verloren.

Lars Spannagel

Berlin - Vier Jahre lang spielte Ingo Freyer zu Beginn der neunziger Jahre für Alba Berlin, damals war der Aufbauspieler vor allem für seine engagierte Verteidigung bekannt. Am heutigen Sonntag kommt Freyer nun als Trainer des Aufsteigers Phoenix Hagen (17 Uhr, Arena am Ostbahnhof) zurück nach Berlin. Auch wenn Alba inzwischen nicht mehr in der Sömmeringhalle spielt und sich auch sonst seit damals beim Basketball-Bundesligisten viel verändert hat – auf die Defensive wird bei den Berlinern immer noch viel Wert gelegt. „Die haben Bamberg auswärts auf 44 Punkte gehalten“, sagte Freyer. „Mehr muss man dazu nicht sagen, glaube ich.“

Bei Alba lagen die Probleme zuletzt auch eher im Angriff, wo die Berliner sich noch nicht so recht gefunden haben. Am Mittwoch, beim lockeren 93:59-Sieg in Paderborn, erzielte Neuzugang Derrick Byars seine ersten Punkte für Alba, dafür fehlte Kenan Bajramovic wegen einer Knöchelverletzung. Der Bosnier kehrt am Sonntag in den Kader zurück, seine Integration ist aber noch lange nicht abgeschlossen. Nach zuletzt drei Auswärtsspielen in Folge hat Albas Trainer Luka Pavicevic jetzt ein bisschen mehr Zeit, um mit seinen Spielern zu arbeiten und die Mannschaft auch auf die am 24. November beginnende Saison im Eurocup vorzubereiten.

Gegen Hagen ist Alba klarer Favorit. Der Aufsteiger hat seine vier letzten Bundesligapartien verloren und befindet sich mit nur zwei Siegen aus acht Saisonspielen zurzeit im unteren Drittel der Tabelle. Der Auftritt in Berlin bedeutet für die Gäste auch atmosphärisch eine große Umstellung: Die Hagener bestreiten ihre Heimspiele in einer umgebauten alten Industriehalle für wenig mehr als 3000 Zuschauer, die zuvor die Tennis- und Badmintonfelder eines Fitnesscenters beherbergte. Nach sechswöchiger hektischer Umbauzeit und etlichen ehrenamtlichen Arbeitsstunden der Fans wurde das Provisorium erst kurz vor Saisonbeginn fertig. Zuvor war sogar ein Zirkuszelt als Spielstätte im Gespräch gewesen.

Für den traditionellen Basketball-Standort Hagen geht es in dieser Spielzeit ohnehin erst einmal darum, sich wieder in der höchsten deutschen Spielklasse zu etablieren. Siege beim Favoriten Alba sind da nicht eingeplant. „Wir freuen uns darauf, dass wir uns mit diesem Gegner messen können“, sagte Ingo Freyer. „Wir fahren ohne Druck nach Berlin.“ lsp

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