Sport : Alba Berlin: Weniger Geld, aber attraktive Gegner

Helen Ruwald

Am Samstagnachmittag hatte Albas Manager Carsten Kerner noch abgeblockt. Auf die Frage, ob sich der Deutsche Basketballmeister schon für die Euroleague angemeldet habe, sagte Kerner: "Die Anmeldefrist läuft bis Montag, heute ist Samstag. Wir können uns nicht in eine Situation bringen, in der die Nachteile überwiegen." Gestern ging die Anmeldung per Fax raus. Alba meldete sich für die Euroleague der Union unabhängiger europäischer Vereine an (Uleb), nachdem sich die konkurrierende Suproleague des Weltverbands Fiba, in der Alba in der abgelaufenen Saison spielte, aufgelöst hatte. Fiba und Uleb hatten sich nicht auf eine einheitliche Liga einigen können.

Der Saporta-Cup schied als Betätigungsfeld aus: zweitklassige Mannschaften statt Topteams als Gegner, halbleere Hallen, weil die anspruchsvollen Berliner Fans sich mit europäischem Durchschnitt nicht zufrieden geben, statt mehrerer Gruppenspiele die Gefahr, nach nur einer verkorksten Runde auszuscheiden - die Alternative war keine.

"Es sind noch einige Punkte zu klären", sagt Albas Vizepräsident Marco Baldi, "aber wenn man will, dass die besten europäischen Teams in einer Liga spielen, muss man Kompromisse machen. Wir werden in der nächsten Saison weniger Geld haben." Die Garantiesumme, die Alba für die Teilnahme an der Euroleague bekommt, ist niedriger als in der Suproleague. Die Euroleague beansprucht einen Teil der Marketingrechte, was Alba Probleme mit bestehenden Sponsorenverträgen beschert. "Die Euroleague hat Kooperation angekündigt", sagt Baldi, es werde eine Übergangszeit geben, um die unterschiedlichen Interessen zu koordinieren.

Es werden vier Gruppen mit je acht Teams gebildet. Die vier Vorrundenbesten jeder Gruppe ziehen in die Zwischenrunde (vier Gruppen à vier Teams) ein. In der Suproleague hatten sich acht von zehn Teams für das Achtelfinale qualifiziert. Nicht nur deshalb wird es für Alba nun schwieriger. Mögliche Gegner sind auch Topteams der letztjährigen Euroleague wie Real Madrid, Kinder Bologna und FC Barcelona. Alba hat eine Startgarantie für zwei Jahre, die Skyliners Frankfurt für ein Jahr, Bonn könnte sich noch qualifizieren.

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