Alba Berlins Neuzgänge : Frische Luft zum Rennen

Wie Marko Simonovic, DaShaun Wood, Torin Francis und Kyle Weaver das Spiel bei Alba Berlin künftig schneller machen.

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Sie halten zusammen - den Ball: Alba Berlins Neuzugänge Torin Francis (links) und Marko Simonovic.
Sie halten zusammen - den Ball: Alba Berlins Neuzugänge Torin Francis (links) und Marko Simonovic.Foto: dpa

Marko Simonovic ist schnell. Kaum hat der Basketballer bei seiner Vorstellung die Geschäftsstelle von Alba Berlin betreten, hat er auch schon allen Anwesenden die Hand gegeben. „Ich will offener sein“, sagt der Serbe, nachdem er sich gesetzt hat. Mit 20 Jahren hatte Simonovic sein erstes Auslands-Engagement in Belgien vorzeitig abgebrochen, „ich hatte Probleme mit dem Visum, spielte kaum, vermisste meine Familie, war deprimiert“, sagt der heute 25-Jährige. Er rief damals seinen Agenten an, nach wenigen Monaten war der Aufenthalt in Oostende beendet. Diesmal will sich der 2,02-Meter-Mann, der auf beiden Forward-Positionen spielen kann, im Ausland durchsetzen. Mit dem neuen Trainer Gordon Herbert hat der Neuzgang aus Podgorica bereits gesprochen. „Er hat mich auf DVD gesehen, dass ich schnell bin, und mir gesagt, dass er mich eher auf der Power-Forward-Position sieht“. Dass Herbert künftig Hochgeschwindigkeitsbasketball spielen will, kommt ihm entgegen. „Das ist der Basketball der Zukunft, so spielen schon viele Teams in Europa.“

Die dauerhafte Liebe zur flüchtigen Angriffsdauer vereint die vier Berliner Neuzugänge, die Alba mehr Rasanz verleihen sollen. Am Dienstag und Mittwoch sind Simonovic, DaShaun Wood, Torin Francis und Kyle Weaver in Berlin eingetroffen und machen derzeit ihre Aufwartung. „Ich kenne seine Ideen“, sagt Wood zwischen seinen medizinischen Untersuchungen über Trainer Herbert, dessen Spielmacher der 25-Jährige schon bei den Frankfurt Skyliners war. „Der Coach spielt gerne mit guten, großen Jungs unter dem Korb, talentierten, flexiblen Spielern auf den Außen und insgesamt gerne schnell.“ Deshalb sei Herbert auch nach Berlin gekommen, „damit er ein Team zu seiner Philosophie zusammenstellen kann“. Das konnte er in Frankfurt am Main aufgrund finanzieller Zwänge ebenso wenig wie sein Vorgänger Muli Katzurin in Berlin; auch der Israeli wollte schnellen Basketball sehen, aber musste einen Kader übernehmen, der nur bedingt zur Spielweise passte. Herbert hat nun einige Wunschspieler bekommen, wie Wood, den herausragenden Spieler der vergangenen Bundesliga-Saison. „Dass wir so gute Jungs vorne haben, macht meinen Job leichter“, sagt der Spielmacher, der vergangene Saison mit 18,9 Punkten im Schnitt bester Werfer der Liga war. „In Frankfurt musste ich oft selbst abschließen, nun kann ich den Ball schneller nach vorne treiben und verteilen.“

Ein Spieler, der seine Bälle verwerten könnte, ist Torin Francis, den er aus einer gemeinsamen Saison im italienischen Cantu kennt. Es war noch eine der angenehmeren Europa-Stationen des US-amerikanischen Centers. „Ich habe einige schlechte Erfahrungen gemacht, ein professioneller Klub wie Alba ist für mich wie frische Luft zum Atmen“, sagt der 28-Jährige. Der in Boston groß gewordene Sohn einer Jamaikanerin mit Vorliebe für Reggae und Rastalocken spielte in fünf Jahren in für sieben Klubs, zwei davon sind längst pleite, „ein anderer schuldet wahrscheinlich noch 100 anderen Spielern vor mir Geld“, sagt Francis; die ausstehenden Gehälter hat er abgeschrieben. Auch der Neuzugang von Panellionios Athen betont – ungewöhnlich für einen 2,10-Meter-Mann – dass er „gern rennt“.

Und was sagt der NBA-erfahrene Flügelmann Kyle Weaver gleich nach seiner Landung in Berlin? „Ich habe im Sommer an der Schnelligkeit gearbeitet.“ Damit passt der 25-Jährige bestens nach Berlin.

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