Sport : Alba erwartet Bremerhavens Trotzreaktion

Helen Ruwald

Berlin - Als Alba Berlins Basketballer Mitte April den Deutschen Meister Bamberg nach starkem Spiel 83:68 geschlagen hatten, schien die Mannschaft einen großen Schritt nach vorn gemacht zu haben. Alba führte zwischenzeitlich sogar 78:49, das sonst in dieser Saison so typische Auf und Ab innerhalb eines Spiels fehlte. Fünf Tage später war vom Berliner Glanz nichts mehr zu sehen. Bei den Skyliners Frankfurt unterlag Alba nach schnellem 9:22-Rückstand mit 58:74. „Der klare Sieg hat uns einen falschen Eindruck vermittelt. Wir waren emotional darauf nicht vorbereitet“, sagte Trainer Luka Pavicevic damals. „In Frankfurt waren wir dann nicht fokussiert genug.“ Leistungsträger Julius Jenkins forderte damals „nicht nur ab und zu, sondern immer alles richtig zu machen. In den Play-offs darf man sich keine Durchhänger erlauben.“

Dass sie emotional gereift ist, kann seine Mannschaft heute in Bremerhaven im zweiten Play-off-Viertelfinalspiel der Best-of-five-Serie beweisen. In Spiel eins triumphierte Alba mit 105:65. Trainer Pavicevic glaubt nicht, dass seine Spieler sich des Sieges zu sicher sind und den Gegner unterschätzen. „Solche Persönlichkeiten haben wir nicht im Team“, sagt er. „Konzentriert“ sei die Mannschaft, sagte Sportdirektor Henning Harnisch gestern. „Die Spieler wissen, dass sie sich nicht zu sehr freuen dürfen. Das Heimspiel ist Bremerhavens Chance.“ Eisbären-Trainer Sarunas Sakalauskas fordert „eine Trotzreaktion. Was wir vor allem brauchen, ist ein klarer Kopf.“ Das Hauptrunden-Heimspiel gegen Alba verloren die Gastgeber 69:70, Jenkins machte den entscheidenden Korb zwei Sekunden vor Schluss.

Seine Mannschaft hat in dieser Saison auch schon gezeigt, dass ein großer Sieg sie nicht nur verunsichern, sondern ihr auch viel Energie verleihen kann. Vier Tage nach dem 141:127 nach fünf Verlängerungen im Uleb-Cup gegen Bosna Sarajevo gewannen die Berliner bei den Baskets Bamberg 80:60. Helen Ruwald

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