Alba gegen Ludwigsburg : Viele Treffer, wenig Abpraller

Trotz Rebound-Problemen bleiben die Basketballer des Alba-Teams auch weiter ungeschlagen. Heute spielt der Deutsche Meister gegen Ludwigsburg.

Helen Ruwald

Berlin - Die Basketballer von Alba Berlin und der EnBW Ludwigsburg haben zwei Dinge gemeinsam: Zum einen sind beide Teams gut in die Saison gestartet, die Berliner mit vier, Ludwigsburg mit drei Siegen an den ersten vier Spieltagen. Zum anderen finden sich beide Bundesligisten zwar in der Tabelle oben wieder – aber in der Reboundstatistik weit unten. Die Ludwigsburger, die heute Abend in Stuttgart den Deutschen Meister und Tabellenführer Alba empfangen, liegen mit durchschnittlich 24 Rebounds pro Spiel an letzter Stelle, Berlin mit 29 an vorletzter.

Dabei ist die Konkurrenz Alba vor allem bei den Offensiv-Rebounds überlegen, also dann, wenn der Ball nach einem missglückten Korbwurf vom Brett zurückprallt und sich eine zweite Chance eröffnen kann. Albas Geschäftsführer Marco Baldi fordert zwar auch, „dass wir uns da steigern“, sagt aber: „Bei unserer hohen Trefferquote gibt es nicht viele Rebounds zu holen.“ Im Schnitt trifft Alba 57,7 Prozent seiner Würfe aus dem Feld, kein anderes Team erreicht auch nur die 50-Prozent-Marke. Was Baldi sagen will: Wo wenig Bälle zurückprallen, weil sie direkt in den Korb fallen, gibt es auch wenige Rebounds. So verlor Alba zwar die Reboundduelle in Gießen und am vergangenen Sonntag in Köln knapp, triumphierte aber mit 15 beziehungsweise 21 Punkten Unterschied.

Schönreden will Baldi dennoch nichts. „Femerling fehlt an allen Ecken und Enden“, sagt er über den Centerspieler, der nach Verletzung und Krankheit ein Aufbautraining absolviert. Adam Chubb, der nach seinem Wechsel aus Quakenbrück Eingewöhnungsprobleme hat, erhält vor allem Hilfe von Aleksandar Nadjfeji, der allerdings kein Center ist. „Die Rebounds sind nicht die Sache eines Einzelnen, sondern von allen“, sagt Baldi.

Auch in Ludwigsburg ist die Arbeit unter dem Korb ein Gemeinschaftswerk. Der nur 2,01 Meter lange Kevin Gibbs war mit elf Punkten und sechs Rebounds im Schnitt bisher der effektivste Ludwigsburger unter dem Korb. Möglicherweise wird er schon heute Abend Verstärkung bekommen: Neuzugang Tomas Nagys könnte sein Debüt geben. Der 28-Jährige hat schon in Polen, Russland und Griechenland gespielt und stand zuletzt beim spanischen Topteam Girona unter Vertrag. „Nagys ist eine Marke, er wird Ludwigsburg sehr helfen“, sagt Baldi. Auf eine Verschiebung des Debüts hofft Berlins Geschäftsführer nicht. Er setzt darauf, dass Alba Nagys stoppen kann. Statistik hin oder her. Helen Ruwald

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