Sport : Alba gewinnt knapp in Quakenbrück

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Berlin - Wenn der schlaksige Nenad Canak über das Spielfeld joggt, dann sieht er dabei meist ein bisschen abwesend aus. Er scheint in die Ferne zu blicken, sein Kopf wackelt ganz leicht von links nach rechts. Der Basketball-Profi von Alba Berlin sieht nicht unbedingt wie einer aus, der Spiele entscheiden kann, der kämpft und sich für seine Mannschaft aufopfert. Doch wahrscheinlich ist es gerade diese Kühle, die Canak in wichtigen Situationen so ruhig bleiben lässt. Gestern Abend zeigte der 2,03 Meter große Flügelspieler wieder einmal, mit welcher Souveränität er ein Basketballspiel zu Ende bringen kann: Bei den Artland Dragons Quakenbrück traf Canak 6,8 Sekunden vor Spielschluss mit einem Dreipunktewurf zum 90:87, anschließend verwandelte er noch vier Freiwürfe in Folge, so dass Alba beim Tabellenachten der Basketball-Bundesliga 95:91 (42:52) gewann.

Die Berliner führen die Tabelle bei nur einer Niederlage aus 13 Spielen weiter mit großem Vorsprung an. „Nach dem ersten Sieg im Uleb-Cup war das ein sehr wichtiger Auswärts-Sieg vor den Feiertagen“, sagte Teammanager Henning Harnisch. „Die Grundlage für den Erfolg war das dritte Viertel.“ In diesem hatte Alba aus zehn Punkten Rückstand zeitweise einen Vorsprung von sieben Punkten herausgeholt.

Im ersten Viertel hatte Alba Schwierigkeiten, dem hohen Tempo des Tabellenachten zu folgen. Die Quakenbrücker gingen vor allem dank des treffsicheren Flügelspielers Marko Bulic und des kräftigen Centers Darius Hall mit 16:9 in Führung. Albas Trainer Henrik Rödl nahm eine Auszeit, um den Lauf des Gegners zu stoppen. Das gelang den Berlinern ganz gut, vor allem der von der Bank kommende Canak drehte auf und traf ein paar schwierige Würfe, so dass Alba am Ende des ersten Viertels nur noch 24:27 hinten lag.

Doch im zweiten Abschnitt erhöhte Quakenbrück das Tempo wieder, Rödl musste beim Stand von 51:37 erneut eine Auszeit nehmen. Bis zum Ende der ersten Halbzeit verkürzte Alba den Rückstand auf 42:52.

Es folgte das stärkste Viertel der Berliner. „Auf einmal haben wir alle zusammen gute Defense gespielt“, sagte Harnisch. Demond Greene sei dabei besonders hervorzuheben. Greene verteidigte gegen Quakenbrücks gefährlichsten Distanzschützen Marko Bulic gekonnt. Alba ließ nur neun Punkte zu, erzielte selbst jedoch 26. Vor allem Spielmacher Hollis Price kam in der Offensive immer besser ins Spiel.

Im letzten Spielabschnitt wurden die Quakenbrücker wieder stärker. Doch Alba hatte Nenad Cenak. Mit 28 Punkten war Canak sogar bester Werfer des gesamten Spiels. „Er war heute einfach eiskalt“, sagte Henning Harnisch. Tsp

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