Sport : Alba gibt dem Rebellen eine neue Chance

Ingo Wolff

Was hätten die Verantwortlichen von Alba Berlin wohl darum gegeben, diese Entscheidung nicht treffen zu müssen. Doch nun ist es eben passiert. Dejan Koturovic hat einen neuen Vertrag erhalten und wird wohl schon zum nächsten Heimspiel in der Basketball-Bundesliga am Sonntag gegen Bayer Leverkusen (14.55 Uhr, Max-Schmeling-Halle) eingesetzt. Damit hat der Verein den 29-Jährigen nur wenige Wochen nach seinem Rausschmiss wieder an sich gebunden. Der Jugoslawe hatte vor Saisonbeginn wegen der eigenmächtigen Verlängerung seines Sonderurlaubs für reichlich Wirbel gesorgt und war daraufhin von den Berlinern suspendiert worden.

Die Misere bei Alba auf der Centerposition war in den vergangenen Wochen einfach zu bedrückend geworden. Seit der Handverletzung vor vier Wochen von Jiri Zidek, der als Ersatz für Koturovic wenige Tage vor Saisonbeginn geholt worden war, haben die Berliner mit Teoman Öztürk nur noch einen echten Center. Besserung war für Trainer Emir Mutapcic auch nicht in Sicht, da nach der Operation Zideks noch nicht klar ist, wann der Tscheche wieder fit sein wird. Darum hat sich Alba Berlin nun zu diesem ungewöhnlichen Schritt durchgerungen und Koturovic mit einem Vertrag bis zum Saisonende ausgestattet.

Dass diese Entscheidung nicht leicht gefallen ist, drückt Alba-Präsident Dieter Hauert aus: "Der Verein hatte eine nicht alltägliche Situation zu beurteilen und aus meiner Sicht eine akzeptable Entscheidung getroffen." Am Ende gab es keine überzeugende Alternative. Deshalb hat der 29-Jährige in der vorigen Woche auch schon zusammen mit dem Team trainiert. Und dabei sogar Trainer Mutapcic überzeugt: "Dejans sportliche Fitness ist okay. Allerdings ist er bei weitem noch nicht auf dem Niveau der letzten Saison." Das verwundert kaum, denn der Jugoslawe hatte den Sonderurlaub angetreten, um nach einer Verletzung Aufbautraining zu machen, was in Berlin nach seiner Ansicht nicht so optimal möglich ist.

Zumindest zeigt sich Koturovic nach seinen Eskapaden nun wieder teamfähig: "Ich bin wieder dabei, das ist toll. Ich werde alles tun, um meinem Team zu helfen." Der ehemalige Rebell gibt sich sogar ein wenig reumütig: "Ich bin dem Verein sehr dankbar." Das ist es, was die Verantwortlichen und auch die Mannschaft letztlich überzeugt hat, ihm eine zweite Chance zu geben. Die schlechten Leistungen in der Bundesliga und die Sehnsucht nach den glanzvollen Auftritten des Jugoslawen haben die letzten Zweifel bei Manager Carsten Kerner, Präsident Hauert und Vizepräsident Marco Baldi sowie Trainer Mutapcic beseitigt. "Seine Einstellung stimmt, der Wille ist da. Er wurde von der Mannschaft wieder aufgenommen", sagt Mutapcic.

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