• "Alba hätte Siegchancen gegen die Chicago Bulls" - Interview mit "Supervisor" Marco Baldi

Sport : "Alba hätte Siegchancen gegen die Chicago Bulls" - Interview mit "Supervisor" Marco Baldi

Herr Baldi[Sie Sind Verantwortlich Für Die N]

Marco Baldi (37) ist der Mann im Hintergrund bei Alba Berlin. In der letzten Saision pausierte der ehemalige Manager des Basketball-Bundesligisten, in dieser Spielzeit steigt Baldi wieder ins Tagesgeschäft ein. Allerdings, wie er sagt, "nicht an vorderster Front." Mit Albas "Supervisor" sprach im Trainingslager Rotenburg a. d. Fulda Benedikt Vogt.

Herr Baldi, Sie Sind Verantwortlich Für Die Neuverpflichtungen Von Alba Berlin. Sind Sie Zufrieden Mit Ihrem Werk?

Ich denke schon. Wir haben Spieler geholt, die richtig Lust haben, bei Alba zu spielen. Stephan Baeck war selig, als wir ihm das Angebot unterbreiteten. Jetzt ist es wichtig, dass sich die Spieler menschlich finden und sich über die Philosophie und Regularien bei Alba klar werden. Dazu dient das Trainingslager.

Was halten Sie vom neuen Aufbauspieler Frankie King?

Wir haben ihn seit zwei Jahren beobachtet. Er hat sehr viel Potential. Frankie war immerhin zweitbester Scorer in der griechischen Liga. Er ist ein Spieler, der erst noch integriert werden muss. Auch mit Ademola Okulaja muss noch gearbeitet werden. Er hat sich in den vier Jahren in den USA verändert.

Frankie King machte bisher den Eindruck eines Zockers. Fürchten Sie nicht, dass so jemand das spektakuläre Einzelspiel übertreibt?

Er kann mannschaftsdienlich spielen, sonst wäre er nicht hier. Wir wollen allerdings, dass die Spieler Freude haben, an dem was sie tun. Wir brauchen die Individualität. Jedoch, wenn die anderen Spieler nur noch mitlaufen, dann ist es zu viel.

Gleich im zweiten Vorbereitungsspiel verlor Alba gegen Bonn. Hat so eine Niederlage irgendwelche Auswirkungen?

Wenn Svetislav Pesic gewinnen will, dann spielt er anders. Dann lässt er nicht einen jungen Spieler sechs Fehler machen, ohne ihn vom Feld zu nehmen. Doch für so etwas sind Testspiele da. Es geht darum, sich zu finden und jungen Spielern eine Chance zu geben.

Ist eine Niederlage gegen den großen Meisterschaftsrivalen nicht doch ein psychologischer Nachteil?

Natürlich wäre es mir lieber, wir hätten gewonnen. Aber so etwas hat in der Vorbereitung überhaupt nichts zu sagen. Das wäre sogar so, wenn wir in der Vorbereitung die Chicago Bulls schlagen würden. Ich glaube, mittlerweile hätten wir gegen die sogar eine Siegchance (grinsend). Dies ist aber nicht die Zeit, um Resultate zu erzielen.

Die Europaliga können Sie in diesem Jahr gelassen angehen, weil man nicht absteigt.

Das stimmt so nicht. Deutschland hat zwar einen großen Vorsprung in der Nationenwertung, aber die Frage ist, welcher Verein diesen Platz einnimmt. Nur der kommende Deutsche Meister ist fast sicher wieder dabei. Aber es ist ganz wichtig, dass Deutschland künftig zwei Plätze in der Europaliga hat. Das hebt das Niveau jeder Organistion.

Was bringt es denn Alba, wenn das Niveau der Organisation Bonn steigt?

Einen noch härteren Gegner in der Bundesliga. Letztlich leben wir doch alle vom Wettbewerb. Das Niveau auf dem Spielfeld ist in den letzten Jahren unglaublich vorangeschritten. In der vergangenen Saison entschied sich erst am letzten Spieltag, wer als Erster in die Play-offs geht. Wir dürfen uns auswärts keine Blöße mehr geben. Überall, wo wir hinkommen, ist es das Spiel des Jahres.

Ist Alba Berlin der FC Bayern des Basketballs?

Diesen Vergleich mag ich nicht. Natürlich sind wir Vorreiter in der Bundesliga. Aber andere Vereine sollen Alba nicht kopieren, sondern aus ihren Voraussetzungen das Beste machen.

Wo will Alba in dieser Saison in der Europaliga landen?

In die Play-offs zu kommen ist wegen der harten Gruppe schwer genug. Später braucht man auch Glück. In der letzten Saison ging Panathinaikos Athen als Erster in die Play-offs. Patsch, Patsch, zwei Niederlagen, und die Saison war zu Ende.

Was ist Ihre offizielle Funktion bei Alba?

Ein Titel ist mir sowas von egal. Wichtig ist, dass ich Alba helfe. Im Herbst sind bei Alba Vorstandschaftswahlen, und wenn man der Meinung ist, dass ich in den Vorstand soll, dann mache ich das. Dann werden wir uns auch irgendeinen Titel ausdenken.

Was hat Ihnen der einjährige Rückzug vom Basketball gebracht?

Ich denke meine Pause war hilfreich für mich und den Verein. Man sieht die Dinge anders, wenn man mal aus dem täglichen Tohuwabohu herauskommt.

Und jetzt sind Sie wieder mittendrin im Tohuwabohu?

Ja, aber nicht mehr an vorderster Front. Ich kann mich nun auf die Projekte konzentrieren, die wir im Auge haben. Die Basketball-Akademie ist ein Stein in diesem Mosaik. Alba Berlin soll als Basketball-Insititution etabliert werden und nicht mehr ausschließlich abhängig sein vom sportlichen Erfolg. Große Vereine sind die, die immer wieder an die Spitze zurückkehren.

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