Alba im Eurocup : Gekämpft, aber verloren

Alba verliert im Eurocup gegen Lokomotive Kuban Krasnodar 79:84. An mangelndem Einsatz lag es nicht.

von
Klein unterliegt groß. Albas Spieler um Kyle Weaver (links) hatten gegen Jeremiah Massey und das Team von Lokomotive Kuban Krasnodar offensichtliche Nachteile.
Klein unterliegt groß. Albas Spieler um Kyle Weaver (links) hatten gegen Jeremiah Massey und das Team von Lokomotive Kuban...Foto: dpa

Derrick Allen taumelte mehr in Richtung Auswechselbank, als dass er lief. Der 31-Jährige hatte auf dem Basketballfeld so hart gearbeitet, dass es schien, als könne er sich in den Auszeiten kaum mehr auf den Beinen halten. Man kann Allen ohnehin nie mangelnden Einsatz vorwerfen, aber was er am Dienstagabend leistete, kam einer Herkules-Aufgabe gleich. Anders als der griechische Halbgott musste Allen zwar keine Löwen erlegen oder Höllenhunde niederringen – aber immerhin ein paar Riesen in Schach halten. Das gelang Allen und seinen Mitspielern von Alba Berlin gegen Lokomotive Kuban Krasnodar lange Zeit hervorragend. Ohne die beiden verletzten Center Torin Francis und Yassin Idbihi hielten die ersatzgeschwächten Berliner gegen den russischen Klub bis kurz vor Schluss mit, mussten sich am Ende aber mit 79:84 (41:34) geschlagen geben.

Da im zweiten Spiel der Eurocup- Gruppe L Lietuvos Rytas aus Litauen 78:69 gegen Treviso gewann, liegt Alba nach zwei von sechs Spieltagen als einziges siegloses Team am Tabellenende. „Die Niederlage tut weh“, sagte Allen, der mit 19 Punkten bester Werfer der Partie war. „Wir haben uns ein paar Fehler geleistet, die uns das Spiel gekostet haben.“

Für die verletzten Center waren Sebastian Fülle und Alexander Blessig in den Kader der Berliner gerutscht, die mit 1,92 Meter beziehungsweise 1,88 Meter vergleichsweise kleinen Nachwuchsspieler konnten Alba gegen die gestandenen Profis aus Krasnodar aber nicht helfen. Trainer Gordon Herbert ließ die beiden Teenager genauso auf der Bank wie Joey Ney, Lucca Staiger kam nur zu zwei Kurzeinsätzen. So waren es im Prinzip nur sieben Berliner, die sich den körperlich überlegenen Russen entgegenstellten. Das taten sie allerdings mit Feuereifer: Herberts Team verteidigte verbissen, kämpfte um jeden Rebound und kam immer wieder zu Schnellangriffen. Dass die Berliner mit einer 41:34-Führung in die Halbzeit gingen, hatten sie neben ihrem Einsatz allerdings auch Marko Simonovic zu verdanken, der vier Dreipunktewürfe in Folge verwandelte.

Bis dahin hatte es Alba auch noch nicht geschadet, dass Kapitän DaShaun Wood nach überstandener Verletzung gehemmt wirkte und ohne Punkt blieb. Denn auf der Gegenseite wurde auch der 2,16 Meter große Primoz Brezec vom zwölf Zentimeter kleineren Derrick Allen zur Wirkungslosigkeit verdammt, der langjährige NBA-Profi machte keinen einzigen Korb.

Aber auch ohne die erwartete Dominanz unter den Körben ließ sich Krasnodar nicht abschütteln, vor dem Schlussviertel stand es 56:55 für Alba. Die 7.735 Zuschauer in der Arena am Ostbahnhof sahen nicht erst jetzt ein packendes Spiel – in dem Kraft und Konzentration der Berliner allerdings nun doch nachließen. Fehlwürfe und Ballverluste häuften sich, während die Gäste sicher aus der Distanz trafen. Heiko Schaffartzik brachte Alba mit fünf verwandelten Freiwürfen noch einmal heran, in einer dramatischen und hektischen Schlusssequenz gelang es aber weder dem deutschen Nationalspieler noch Kyle Weaver, per Dreipunktewurf auszugleichen. „Wir haben hart gekämpft“, sagte Herbert. „Aber wir hatten ein paar schwarze Momente, die uns weh getan haben.“

Autor

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben