Alba immer stärker : Gegner am Boden, gutes Gefühl

Alba Berlin wähnt sich nach deutlichen Siegen in den letzten Spielen auf dem richtigen Weg. Doch die wahren Gradmesser kommen erst noch.

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Der Teenager als Held. Sven Schultze (l.) und Marko Simonovic lassen Joey Ney (Mitte) hochleben.
Der Teenager als Held. Sven Schultze (l.) und Marko Simonovic lassen Joey Ney (Mitte) hochleben.Foto: dapd

Berlin - Zuletzt war bei Alba des Öfteren von einem „Fear Factor“ die Rede, den sich die Berliner Basketballer erarbeiten wollten. Den Spielern der anderen Bundesligisten sollen wieder wie früher die Knie schlottern, wenn sie an den ehemaligen Serienmeister denken. Diesem Ziel ist Alba am Sonntagabend ein Stück näher gekommen: Die Konkurrenz dürfte mit wachsender Unruhe registriert haben, wie souverän und entschlossen die Berliner nach dem deutlichen Sieg über die Frankfurt Skyliners am Wochenende zuvor nun auch die Baskets Oldenburg mit 97:67 abfertigten. „Nach dem Spiel in Frankfurt wusste man noch nicht so richtig, wo wir stehen“, sagte Albas Geschäftsführer Marco Baldi. „Heute war es aber ein richtiger Schritt.“

In der vergangenen Saison hatte Alba Frankfurt und Oldenburg in den Play-offs in zwei nervenaufreibenden Serien besiegt, die jeweils über die vollen fünf Spiele gingen. Am Sonntag nun zwangen die Berliner ihren Gegner schon zu Beginn in die Knie – und ließen ihn nicht wieder aufstehen. „Die Oldenburger wussten nicht wohin, wir haben ihnen schon im ersten Viertel den Zahn gezogen“, sagte Baldi. Noch mehr freute sich der 49-Jährige allerdings darüber, wie konzentriert sein Team blieb, obwohl die Partie früh entschieden war: „Wenn man einen Fear Factor will, muss man so ein Spiel auch richtig zu Ende spielen.“ Die Berliner werden sich weiter steigern müssen, wenn Ende des Monats die Saison im Eurocup beginnt, Meister Bamberg nach Berlin kommt und Alba beim FC Bayern antritt.

Das Publikum hatte schon früh die Einwechslung von Lucca Staiger gefordert, den Coach Gordon Herbert aber erst im Schlussviertel auf das Spielfeld schickte. „Wenn wir das Level weiter hochschrauben wollen, kommen die Bankspieler eben relativ spät rein“, verteidigte Baldi die Strategie des Trainers. Zumal eine andere Einwechslung dem Ende des Spiels zu einer laut Baldi „perfekten Dramaturgie“ verhalf: Der 18-jährige Joey Ney kam zu seinen ersten Punkten für die Alba-Profis, mit der Schlusssirene gelang ihm ein umjubelter Dunking zum Endstand. „Ich hätte nicht gedacht, dass sich das so gut anfühlt“, sagte Ney strahlend. „Es war ein ziemliches Erlebnis.“ Herbert setzte damit die unter Trainer Luka Pavicevic eingeschlafene Alba-Tradition fort, Nachwuchsspielern in der Schlussphase deutlicher Siege zu Spielpraxis zu verhelfen. „Da kriegt man ein gutes Gefühl“, sagte Baldi über Neys Dunking und das emotionale Ende eines nahezu perfekten Abends. „Der steht heute Nacht im Bett vor lauter Stolz.“

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