Sport : Alba in der Suproleague: Full Kraft

Benedikt Voigt

Dejan Koturovic ist es als groß gewachsener Basketballspieler gewohnt, dass er Dinge aus einer anderen Perspektive sieht als die meisten Menschen. Dass er aber wie am Montagabend bei der Gala der Berliner Sportlerwahl auf Augenhöhe mit der Quadriga des Brandenburger Tores steht, dürfte selbst den 2,10 Meter großen Centerspieler von Alba Berlin überrascht haben. Zu verdanken hatte der Jugoslawe das ungewohnte Erlebnis den Organisatoren der Gala, die zwei junge Damen als Brandenburger Tor und Fernsehturm verkleidet hatten. Aus den Händen dieser beiden Berliner Wahrzeichen bekam Alba Berlin schließlich die Urkunde als Berliner Mannschaft des Jahres 2000 überreicht.

"Das ist eine tolle Sache", sagte sich Albas Manager Carsten Kerner, "wir empfinden es als eine Wertung unserer Kontinuität." Alba Berlin hatte sich im letzten Jahr zum vierten Mal in Folge den Titel des Deutschen Basketballmeisters gesichert. Trainer Emir Mutapcic, der das Team seit einem halben Jahr betreut, wertete die Wahl als eine Auszeichnung für die gesamte Sportart. "Das zeigt den Respekt vor dem Basketball in Berlin", sagte der Coach, "das ist ein Sieg, da müssen wir nun weitermachen."

Am besten am Donnerstag in der Suproleague gegen KK Croatia Split (20.30 Uhr, Max-Schmeling-Halle). "Wir brauchen ein starkes Contact-Game", sagt Mutapcic verschlüsselt. Er meint damit, dass sein Team den Kampf mit den physisch starken Kroaten Nikola Vujcic (2,11 Meter, 108 Kilogramm) und Ante Grgurevic (1,98 Meter, 107 Kilogramm) aufnehmen muss. "Split spielt oft an der Grenze zum Foul", beschreibt der Coach, "oft ist es eher ein Foul". Weil Mutapcic dagegen halten will, droht ein hartes Spiel. Alba hatte das Hinspiel 73:77 verloren.

Allerdings sorgt sich der Trainer um seine beiden treffsichersten Spieler. Marko Pesic lag in der vergangenen Woche mit 38 Grad Fieber und einem Grippevirus flach und trainierte am Montag erstmals mit. Wendell Alexis spielte am Sonntag mit "full Kraft" (Mutapcic) ein Freundschaftsspiel gegen den Zweitligisten TuS Lichterfelde. Bei der ersten Heimniederlage gegen Ülker Istanbul (75:78) musste der US-Amerikaner wegen chronischer Rückenschmerzen und einer Knieverletzung in der zweiten Halbzeit auf der Bank sitzen bleiben. Weil er mit 36 Jahren erstmals verletzt ist, fällt es ihm schwer, mit der ungewohnten Situation umzugehen. Medizinisch ist inzwischen alles in Ordnung. Alexis ist mit durchschnittlich 17,8 Punkten bester Werfer der Berliner in der Suproleague. Sein Trainer empfiehlt daher ihm als Therapie gegen das Verletzungsproblem: "Er muss weiterspielen."

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