Alba : Kapitän der deutschen Nationalmannschaft kommt zurück nach Berlin

Alba hat die erste Neuverpflichtung der Saison bekannt gegeben: Sven Schultze, der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft, wird wieder in Berlin spielen.

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Anführer für Alba. Sven Schultze soll Leidenschaft und Erfahrung mitbringen.
Anführer für Alba. Sven Schultze soll Leidenschaft und Erfahrung mitbringen.Foto: dpa

Berlin - Als Kapitän einer Nationalmannschaft muss man manchmal hart sein. Bei der Basketball-Europameisterschaft in Danzig im vergangenen Herbst hatte Jungnationalspieler Elias Harris seinen französischen Gegenspieler Ronny Turiaf gerade umgerannt, verschüchtert wollte der damals 20-Jährige dem NBA-Star aufhelfen. Von hinten wurde Harris plötzlich von Sven Schultze gepackte, der 31-Jährige zerrte Harris weg und schubste ihn in Richtung des eigenen Korbs. Die Botschaft war klar: Wir sind hart zum Gegner, wir sind hart zu uns selbst. Genau diese zupackende Art hat sich nun Alba Berlin für die kommenden zwei Jahre gesichert, der Kapitän der Nationalmannschaft steht seit gestern als erste Neuverpflichtung für die kommende Saison fest. Der 2,06 Meter große Power Forward kommt vom italienischen Erstligisten Carife Ferrara zurück nach Berlin, wo er von 1998 bis 2002 bereits vier Spielzeiten im Alba-Kader stand.

„Ich freue mich sehr, dass ich zurück nach Berlin und zu Alba komme“, teilte Schultze mit. „Nach fünf Jahren im Ausland ist es schön, wieder in Deutschland zu spielen. Bei Alba hat sich sicherlich seit meiner letzten Zeit viel verändert, aber ich werde mich schnell zurechtfinden.“ Der in Bamberg geborene Schultze war 1998 über Albas damaligen Kooperationspartner TuS Lichterfelde in Albas Profiteam aufgerückt, mit dem er zwischen 1999 und 2002 Deutscher Meister wurde. Nach zwei Jahren beim Bundesliga-Konkurrenten Leverkusen wechselte er 2005 nach Mailand, weitere Stationen waren seitdem der italienische Erstligist Amatori Udine, der griechische Klub Olimpia Larissa, Angelico Biella in Italien und zuletzt Carife Ferrara.

Seit seiner ersten Station in Berlin hat Schultze zwar graue Schläfen bekommen, seine grundsätzliche Einstellung als Profi hat sich aber nicht verändert. „Sven ist jemand, den wir seit Jahren ganz fest im Auge haben“, sagt Albas Sportdirektor Henning Harnisch. „Er ist ein Spieler, wie ihn sich jedes Team wünscht, weil er eine positiv-altmodische Eigenschaft besitzt: Er ist ein richtiger Mannschaftssportler.“ Das hat Schultze auch in der Nationalmannschaft bewiesen, für die er bislang 103 Länderspiele absolviert hat und zuletzt neben Center Patrick Femerling zu den absoluten Führungsspielern zählte. „Ein Spieler mit seiner Einstellung und Persönlichkeit wird in einem ambitionierten Programm wie unserem immer gebraucht“, sagt Albas Trainer Luka Pavicevic.

Neben den Nationalspielern Steffen Hamann und Lucca Staiger sowie Nachwuchscenter Andreas Seiferth ist Schultze der vierte Deutsche im Alba-Kader der kommenden Saison. Einen weiteren müssen die Berliner noch verpflichten, um die neue Bundesliga-Mindestquote von fünf Spielern pro Team zu erfüllen. „Vielleicht werden es auch noch zwei“, sagt Henning Harnisch. Im System von Luka Pavicevic spielt Schultzes Position eine wichtige Rolle. Power Forwards müssen bei Alba gut verteidigen, flink auf den Beinen zu sein und auch sicher aus der Distanz zu treffen. Schultze hat Körperkontakt noch nie gestört, seine Dreierquote ist für einen Spieler seiner Größe beachtlich.

Knapp zwei Wochen nach dem Erstrunden-Aus in den Bundesliga-Play-offs hat Alba nun also den ersten Schlüsselspieler für die nächste Saison verpflichtet. Mit Schultze dürfte auch ein anderer Geist in die zuletzt emotionslose Mannschaft einkehren: Wer zusammen mit ihm auf dem Feld steht, muss immer alles geben. Sonst bekommt er es mit Sven Schultze zu tun.

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