Alba : Laufen lernen

Wie Berlins Profis vor dem Eurocup-Spiel gegen Badalona die Neuzugänge Nalga und Staiger integrieren.

Helen Ruwald

BerlinDie Einführung war freundlich und knapp. Als Luka Pavicevic am Sonntagmorgen zum Trainingsbeginn Alba Berlins Profis um sich scharte, beendete er die Besprechung mit den Worten: „Wir heißen unseren neuen Spieler Lucca Staiger willkommen. Er versteht, dass wir mitten in der Vorbereitung sind. Wir werden uns gegenseitig helfen.“ Mehr Zeit für warme Worte war nicht, kurz darauf stoppte der Trainer des Basketball-Bundesligisten immer wieder das Trainingsspiel, korrigierte Positionen und Laufwege. Vor allem Cemal Nalga, den zweiten Alba-Neuzugang der vergangenen Woche, instruierte er regelmäßig, rief „immer tief“ und machte mit tiefem Oberkörper leichtfüßig schnelle Schritte nach rechts und nach links vor.

„Er ist physisch sehr stark und aggressiv“, sagt der Serbe über den 2,08 Meter großen und 125 schweren türkischen Center. „Das Problem ist, dass er uns sofort helfen muss und das ist nicht einfach“, zumal Nalga seit November gesperrt war und ihm der Spielrhythmus fehlt. Weil Adam Chubb wochenlang verletzt ausfällt, hat Alba mit Blagota Sekulic nur noch einen Center zur Verfügung. Zu wenig angesichts der bevorstehenden Aufgaben im Drei- bis Vier-Tages-Rhythmus: Alba empfängt im zweiten Spiel der Eurocup-Zwischenrunde heute Joventut Badalona (20 Uhr, Arena am Ostbahnhof), im Pokal müssen die Berliner Mitte Februar in Bamberg siegen, um sich für die Endrunde zu qualifizieren, und nebenher gilt es, die Tabellenführung in der Bundesliga zu verteidigen.

Lucca Staiger hat es einfacher, er soll langsam ins Team eingebaut werden. Dass der deutsche Nationalspieler die Iowa University während der Saison verließ, kam auch für Alba überraschend.

Für beide Neuzugänge lief sofort das Sonderprogramm Integration an. „Wir müssen jede Minute nutzen“, sagt Assistenztrainer Konstantin Lwowsky. Staiger, der Mitte der vergangenen Woche in Berlin eintraf, als seine neuen Kollegen in Le Mans und Oldenburg antraten, absolvierte die ersten Einheiten mit dem Nachwuchsbundesligateam von Henrik Rödl, die dieselbe Spielweise hat wie Pavicevics Mannschaft.

Am Samstag absolvierten Staiger und Nalga ein 90-minütiges Lauftraining. Kein Joggen im Schnee, sondern ein Kennenlernen der Laufwege in den rund zwölf Hauptsystemen, auf die Pavicevic setzt, der eine klare Struktur mit begrenzten Freiheiten für den Einzelnen liebt. Wer läuft wann wohin? Wie sieht die räumliche Aufteilung auf dem Feld aus, über welche Stationen soll der Ball zum Punkt x gelangen?

Dem 32-jährigen Jurica Golemac, seit Dezember in Berlin, hilft seine Erfahrung, doch Staiger ist erst 21 Jahre alt, Nalga 22. Der Türke kam in Le Mans drei Minuten zum Einsatz, in Oldenburg waren es sieben – verteilt auf drei Kurzeinsätze. „In der Zeit beschränkt man sich auf drei, vier Hauptsysteme, bei denen er sicher ist“, erklärt Lwowsky. Jeder noch so kurze Auftritt ist wichtig, damit Nalga lernt, wie schnell die Teamkollegen passen und wann er selbst sich in Bewegung setzen muss. Damit er bald perfekt laufen kann.

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