Alba : Lückenstopfer für wichtige Spiele

Oft sitzt Albas Philip Zwiener nur auf der Bank, doch gegen Le Mans soll er Jurica Golemac ersetzen

Helen Ruwald
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Seltener Anblick. Philip Zwiener bekommt bei Alba nur wenig Spielzeit.Foto: ddpddp

Berlin - Philip Zwiener ist das Spielchen gewohnt: Wochen- oder gar monatelang sitzt er vor allem auf der Bank – und ist in entscheidenden Spielen dann plötzlich ein gefragter Mann im Trikot von Alba Berlin. Das war in den Play-offs der Saison 2007/08 so, als Dijon Thompson aus dem Team flog. Mit einem starken Philip Zwiener gewann Alba erstmals nach fünf Jahren wieder den deutschen Meistertitel. In der vergangenen Saison kam er für den verletzten Immanuel McElroy zum Einsatz, konnte das Halbfinal-Aus aber nicht verhindern. Diesmal hat es Leistungsträger Jurica Golemac erwischt, der sich die Mittelhand gebrochen hat. Bei der 69:71-Niederlage beim Mitteldeutschen BC am Sonnabend stand der 24-jährige Zwiener elfeinhalb Minuten auf dem Feld. „Jurica nimmt eine Schlüsselposition ein, Philip hatte es schwer, die Lücke zu stopfen“, sagt Alba Berlins Nationalspieler Steffen Hamann.

Dennoch wird Trainer Luka Pavicevic auch heute im vorentscheidenden Spiel der Eurocup-Zwischenrunde gegen Le Mans Sarthe (20 Uhr, Arena am Ostbahnhof) auf Zwiener setzen. „Es ist ein Riesenunterschied, ob man trainiert oder spielt. Ich brauche ein bisschen Zeit, erwarte aber von mir, dass es nicht zu lang ist“, sagt Zwiener, „viel Zeit hat die Mannschaft nicht. Es werden ja keine Wunderdinge von mit erwartet, sondern eine solide Leistung.“ Pavicevic sagt lapidar: „Für solche Situationen ist er hier. Das ist nichts Neues.“ Der Trainer fordert von Zwiener „dass er wachsam und aggressiv ist“.

Schließlich laufen die Berliner Gefahr, sich nach dem Aus im deutschen Pokal in Bamberg vor zwei Wochen auch aus dem nächsten Wettbewerb zu verabschieden. Nach zwei Auftaktsiegen in der Gruppe I ist das Team durch zwei Niederlagen gegen Aris Saloniki auf den dritten Platz der Vierergruppe gerutscht – damit wäre es ausgeschieden. Nur die ersten beiden Mannschaften, derzeit Badalona (3:1 Siege) und Aris (2:2), ziehen in die nächste Runde ein. „Realistischerweise müssen wir die beiden letzten Spiele gegen Le Mans und in Badalona gewinnen“, sagt Pavicevic, „theoretisch könnte ein Sieg reichen.“ Doch auf Rechenspiele und Patzer der Konkurrenz will sich keiner verlassen.

Le Mans liegt Alba: Dreimal trafen beide Teams in dieser Saison bereits aufeinander, zweimal siegten die Berliner, die sich in der ersten Runde der Europaliga-Qualifikation gegen die Franzosen durchsetzten. Die knappe Auswärtsniederlage im September konnte der Bundesligist im Rückspiel ausgleichen. Ende Januar im Zwischenrundenspiel in Le Mans gewann Alba 68:63. „Wir haben in allen drei Spielen eine souveräne Leistung gebracht“, sagt Hamann. Das aber war zuletzt anders. Alba hat gerade zum ersten Mal in dieser Saison zwei Spiele in Folge verloren – in Saloniki und beim Außenseiter MBC. Trost spendet da ein Blick auf die Bilanz des heutigen Gegners: Le Mans ist in den vergangenen fünf Spielen als Verlierer vom Platz gegangen.

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