Alba : Niederlage durch Lernschwäche

Beim 53:65 in Bonn wiederholt Alba alte Fehler. Die Mannschaft habe nicht schnell genug gelernt, sagte auch Pavicevic.

Lars Spannagel

BerlinBerlin - Luka Pavicevic hatte viel Positives gesehen. Die Mannschaft des serbischen Basketballtrainers hatte bis kurz vor Schluss hervorragend verteidigt und um jeden Ball gekämpft. Trotzdem musste sich Pavicevics Team von Alba Berlin dem Rivalen Bonn 53:65 (26:23) geschlagen geben. „Wir haben ein starkes Spiel gezeigt, das wir aber nicht bis zum Ende durchziehen konnten“, sagte der Berliner Coach am Freitagabend. Schon zum zweiten Mal in der noch jungen Bundesligasaison hat Alba es nicht geschafft, in der entscheidenden Phase eines engen Spiels zu überzeugen. Bei der Niederlage in Tübingen waren die Berliner am Ende mit 0:9 untergegangen, in Bonn verloren sie die letzten zwei Minuten sogar 0:11.

„Diese beiden Spiele waren sehr ähnlich“, sagte Pavicevic am Tag nach Albas zweiter Bundesliga-Niederlage. „Das zeigt mir, dass wir nicht schnell genug gelernt haben.“ Die Partie habe viel Konzentration, Energie und die richtigen Entscheidungen verlangt. Bonn spielte mit hoher Intensität und niedriger Trefferquote, angetrieben von 6000 Fans. Erst am Schluss fingen die Bonner an zu treffen: Nach 13 Fehlversuchen von der Dreipunktelinie trafen die Gastgeber ihre letzten drei Distanzwürfe, während den Berliner Spielern nichts mehr einfiel. „Wir müssen lernen, wie man diese Spiele richtig zu Ende bringt“, sagt Pavicevic.

Hinzu kam, dass sich Bonn im Schlussviertel sieben Offensivrebounds erkämpfte. „Diese zweiten Wurfchancen geben eine zweite Luft“, sagte Bonns Trainer Michael Koch. „Das hat uns den entscheidenden Push gegeben.“ Bei Alba fand sich niemand, der das Team noch einmal antreiben konnte. Koch hatte seine Spieler hervorragend auf den Gegner eingestellt, im Angriff verhinderten die Bonner Anspiele in Korbnähe und ließen die mittelmäßigen Werfer Steffen Hamann und Rashad Wright frei stehen. Wright traf nur einen seiner acht Dreierversuche, Hamann stellte seine Bemühungen aus der Distanz nach zwei Fehlwürfen ein.

„Wenn wir die Würfe, die der Gegner zulässt, nicht treffen, müssen wir andere Wege finden, um zu punkten“, sagt Pavicevic. „Man kann sich perfekt vorbereiten. Aber im Spiel muss man dann auch mal etwas Inspiriertes liefern.“ Ohne die Kreativität des nach Tübingen gewechselten Instinktbasketballers Aleksandar Nadjfeji gibt es zurzeit niemanden, der bei Alba für Überraschungsmomente sorgt. Und von außen fehlt die Treffersicherheit Casey Jacobsens, den kein Gegner aus den Augen lassen durfte. Es ist Pavicevic zu wünschen, dass der von Alba in den nächsten Wochen zu verpflichtende Flügelspieler beides mitbringt.Lars Spannagel

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