Alba - Paderborn 82:65 : Alba Berlin übernimmt die Tabellenführung

Die Berliner Basketballer gewinnen vor nur 6698 Zuschauern 82:65 gegen die Paderborn Basekts und sind nun Spitze in der Bundesliga.

Helen Ruwald

BerlinZwei Minuten und 16 Sekunden vor der Halbzeitpause konnte Douglas Spradley nicht mehr hinsehen. Der Basketballtrainer der Paderborn Baskets nahm eine Auszeit, um sein Team aufzurütteln. 39:26 führte Alba Berlin bereits, ein ums andere Mal segelte ein Ball der Berliner aus der Distanz in den Korb. Paderborn hingegen hatte innerhalb von fast acht Minuten im zweiten Viertel erst fünf Punkte erzielt. Spradleys Störmanöver funktionierte nicht. Kaum ging das Spiel weiter, ließ Berlins Casey Jacobsen seinen dritten Dreier hintereinander folgen. Alba ging mit einer 44:28-Führung ins zweite Viertel. Das Spiel war entschieden, Berlin siegte 82:65. Beste Werfer bei Alba waren Casey Jacobsen (15), Julius Jenkins (15) und Immanuel Mc Elroy (14).

Durch den Erfolg vor nur 6698 Zuschauern in der Arena am Ostbahnhof haben die Berliner einen Spieltag vor Ende der Hauptrunde die Tabellenspitze vor Göttingen und Oldenburg erobert. Alle drei Teams sind punktgleich, doch Albas Profis haben den Dreiervergleich für sich entschieden. Aus den bislang drei Spielen gegen die beiden direkten Konkurrenten holte Alba zwei Siege, Oldenburg nur einen. Göttingen trat schon je zweimal gegen beide Kontrahenten an, die Bilanz: je zwei Siege und Niederlagen. Schlägt Alba die Baskets Oldenburg am Sonnabend (19.30 Uhr, Arena am Ostbahnhof), so zieht die Mannschaft von Trainer Luka Pavicevic auf jeden Fall als Tabellenerster in die Play-offs ein und genießt bis zum Saisonende in den entscheidenden Spielen Heimrecht. Gegner im Play-off-Viertelfinale könnten erneut die Paderborner Basketballer sein, die mit den punktgleichen Artland Dragons Quakenbrück noch um Platz acht kämpfen. Unterliegen die Berliner allerdings Oldenburg, gehen sie als Zweiter oder Dritter in die Play-offs.

Das Spiel begann zäh

Das Spiel begann zäh, mit Fehlwürfen auf beiden Seiten. Die Teams wirkten nervös, es war ihnen anzumerken, dass es um viel ging. Immer wieder gelang es Paderborns Alleinunterhalter Nathan Peavy, sich am Korb durchzusetzen, mit seinen Punkten Nummer acht bis elf brachte er die Baskets 16:12 in Führung, 13 seiner 15 Zähler gelangen ihm im ersten Spielabschnitt. Doch mit einer 8:0-Serie drehte Alba das Spiel und startete mit einer 23:21-Führung in das zweite, vorentscheidende Viertel.

Die Berliner profitierten zum einen von insgesamt zehn erfolgreichen Dreiern, zum anderen davon, dass es ihnen nun gelang, Peavy zu stoppen. Bei den Gästen hatten bis zur Pause nur fünf Profis getroffen, bei Berlin aber acht, darunter auch Rashad Wright bei seinem Comeback nach sechswöchiger Verletzungspause. Auch in der zweiten Halbzeit sahen die Fans zunächst ein Schaulaufen der Gastgeber. Mit zwei weiteren Distanzwürfen baute Immanuel McElroy Albas Vorsprung auf 21 Punkte aus (56:35), später waren es sogar 25. Paderborn versuchte vier Tage vor dem entscheidenden Spiel gegen Göttingen ein Debakel zu verhindern, die Berliner bereiteten sich in einem emotionslosen, fast langweiligen letzten Viertel auf das Spitzenspiel gegen Oldenburg vor, in dem sie Favorit sind: Drei Niederlagen in Folge, darunter eine mit 16 Punkten Unterschied im Heimspiel gegen Göttingen, haben Oldenburg in der entscheidenden Saisonphase in die Krise gestürzt.

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