Alba schlägt Trier : Ungedämpfte Offensivlust

Albas Basketballer fertigen Trier beim 87:72 souverän ab und verabschieden ihren Kurzzeit-Spieler Uros Slokar.

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Raufen um den Ball. Albas Nationalspieler Alex King wirft sich dem Objekt der Begierde hinterher.
Raufen um den Ball. Albas Nationalspieler Alex King wirft sich dem Objekt der Begierde hinterher.Foto: imago sportfotodienst

Berlin - Uros Slokar war kein stimmungsvoller Abschied vergönnt. An seinem letzten Arbeitstag in Diensten von Alba Berlin machte sich der Slowene zwar mit seinen Kollegen warm, einen letzten Beweis seiner Basketballkünste unter Wettkampfbedingungen durfte der Center aber nicht demonstrieren. Auch als das Bundesligaspiel gegen die TBB Trier längst zugunsten seines Teams entschieden war und Albas Dauerreservisten Bar Timor und Sven Schultze aufs Feld durften, blieb Slokar auf der Bank. Der souveräne 87:72 (45:33)-Sieg der Berliner war ein letzter Beweis dafür, dass Alba es sich leisten kann, auf Uros Slokars Dienste künftig zu verzichten und seinen am heutigen Sonntag auslaufenden Sechs-Wochen-Vertrag nicht zu verlängern.

Auch dank der Verpflichtung des Routiniers hat die Mannschaft von Trainer Sasa Obradovic die Verletzung von Schlüsselspieler Leon Radosevic relativ glimpflich überstanden. Im Eurocup steht Alba bereits als Gruppensieger fest, in der Bundesliga liegen die Berliner nach dem Erfolg gegen Trier mit sieben Siegen und vier Niederlagen auf dem 7. Platz. „Uros hat uns mit seinem Willen und seiner Spielintelligenz in den letzten Wochen sehr geholfen“, sagte Obradovic. „Er war ein sehr guter Ersatz für Leon, seine positive Art war auch gut für die die Chemie im Team.“

Wie schon beim 83:72 in Dünkirchen am Dienstag musste Alba gegen Trier auf David Logan verzichten, der unter einer Reizung im linken Knie leidet. Doch auch mit Logan hätte die Offensive der Gastgeber zunächst kaum besser funktionieren können: Albas Profis spielten mit viel Tempo, Präzision und hoher Trefferquote. Beim Stand von 12:4 für die Berliner nahm Gästecoach Henrik Rödl seine erste Auszeit, deren erhoffte Wirkung aber ausblieb. Bereits kurz vor Ende des ersten Viertels war Albas Führung beim Stand auf 16 Punkte angewachsen.

Vor allen Dingen Levon Kendall schien von seiner Hochzeit am Vortag beflügelt, der Frischvermählte traf nach Belieben und war gemeinsam mit Cliff Hammonds mit 17 Punkten bester Berliner Werfer. Der Tabellen-Zwölfte aus Trier hatte vor 8354 Zuschauern in der Arena am Ostbahnhof große Probleme, Albas Offensivlust etwas zu dämpfen. Nach dem Seitenwechsel spielten die zuvor beinahe ehrfürchtig wirkenden Trierer mit mehr Biss, ein wirklicher Lauf gelang aber nicht. Alba fegte nicht mehr mit dem ganz großen Schwung der Anfangsphase über das Parkett, blieb aber in Kontrolle.

Im letzten Viertel forderte der Berliner Fanblock mit „Uros Slokar“-Sprechchören die Einwechslung des Sechs-Wochen-Manns, was dem Slowenen auf der Bank ein Lächeln entlockte. Obradovic allerdings ist nicht kein Typ für Sentimentalitäten. Und auch Slokar wird den Abschied aus Berlin verkraften, er ist Umzüge gewohnt: Das Engagement bei Alba war seine 13. Station in ebenso vielen Jahren als Profi. „Natürlich wäre ich gern geblieben, ich hatte eine tolle Zeit hier“, sagte Slokar. „Ich bin hier hervorragend aufgenommen worden. Besonders der Sieg gegen Bayern München wird mir immer in guter Erinnerung bleiben.“ Mit dieser Erinnerung und ein paar Koffern wird der Slowene am Montag nach Spanien weiterziehen, den Namen seines neuen Arbeitgebers wollte er noch nicht verraten.

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