Sport : Alba schlägt zurück

Mit einem 69:64-Sieg in Köln schaffen die Berliner im Finale den Ausgleich

Benedikt Voigt[Köln]

Etwas Gutes hatte das Ergebnis für Rhein Energie Köln. Der Verein konnte schon gestern Abend damit beginnen, Karten für das vierte Spiel am nächsten Dienstag zu verkaufen. Denn seit gestern ist klar, dass die Finalserie um die deutsche Meisterschaft über mindestens vier Spiele gehen wird. Ansonsten aber dürfte den Kölnern das gestrige Ergebnis kaum zugesagt haben: Alba Berlin siegte nämlich 69:64. In der Serie nach dem Modus „Best of five“ steht es nun 1:1 nach Siegen. Am Sonntag (19 Uhr) kommt es in der Max-Schmeling-Halle zum dritten Finalspiel. Bei den Berlinern überragten Hollis Price mit 17 Punkten sowie Quadre Lollis und Sharrod Ford mit je 14 Punkten.

Wie schon 2002 tragen die Kölner ihre Heimspiele in dem zirkuszeltartigen Energy-Dome im Gewerbegebiet Technologiepark aus. Diese Heimstätte wirkt eines Finalspiels um die deutsche Meisterschaft nicht würdig, doch die Kölner Mannschaft und Trainer Sascha Obradovic hatten sich einstimmig für diese Halle ausgesprochen und nicht für die 18 000 Zuschauer fassende Kölnarena. Im ausverkauften Energy-Dome vor 3300 Zuschauern hofften sie auf eine bessere Heimspiel-Atmosphäre. Gestern allerdings machten sich auch die rund 150 mitgereisten Alba-Fans lautstark bemerkbar. Auf einem Transparent hatten sie das Motto des Abend vermerkt: „Bring back the homecourt advantage“, bringt den Heimvorteil zurück. Die Spieler hielten sich daran.

Beide Teams begannen nervös, im ersten Viertel (16:16) konnte sich keine Mannschaft absetzen. Auf Kölner Seite durfte Immanuel McElroy nach seiner Sperre von drei Spielen wieder mitwirken, doch der Topscorer der Kölner erzielte erst in der 15. Minute seine ersten Punkte. Bei Alba wechselte Trainer Henrik Rödl diesmal noch früher Centerspieler Stephen Arigbabu ein, da im ersten Finale die übrigen langen Spieler in Foulprobleme gekommen sind. Das zweite Viertel begannen die Berliner sogar mit den beiden 2,06 Meter großen Centerspielern Arigbabu und Sharrod Ford. Trainer Henrik Rödl versuchte auf diese Weise das Fehlen des verletzten Jovo Stanojevic zu kompensieren. Diesmal aber kassierte Arigbabu frühzeitig sein drittes Foul und musste wieder auf die Bank. Es war allerdings auch ein Zeichen dafür, dass die Berliner engagierter und variabler als im ersten Spiel verteidigten. Nach mehreren Ballgewinnen konnten sie sich im zweiten Viertel erstmals leicht absetzten 29:21, doch innerhalb von 30 Sekunden waren die Kölner mit einem 7:0-Lauf wieder herangekommen.

Die spektakulärste Szene besaß Demond Greene, als er den Ball beim Dunking mit so viel Wucht auf die Ringbefestigung knallte, dass der Ball erst wieder an der Seitenlinie neben Trainer Henrik Rödl landete.

Ihren Vorsprung zur Halbzeit konnten die Berliner im dritten Viertel bis auf zehn Punkte ausbauen. Besonders Aufbauspieler Hollis Price tat sich mit zwei Dreiern hervor. Doch dieses Spiel sollte erst am Ende entschieden werden. Mit einem 65:60 ging Alba in die beiden Schlussminuten. 70 Sekunden vor dem Ende pfiffen die Schiedsrichter Price ein zweifelhaftes unsportliches Foul. Doch Köln konnte nur einen Freiwurf nutzen. Anschließend verwandelte der nur für einen Angriff eingewechselte Penberthy beide Freiwürfe: 67:61. Doch das war noch nicht das Ende. McElroy verkürzte mit einem Dreier auf 67:64, doch Demond Green verwandelte beide Freiwürfe sicher zum Endstand. Die Berliner Fans feierten und sangen: „Und am Dienstag sind wir wieder hier.“

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