Sport : Alba steht vor dem Aus

Nach dem 65:74 gegen Madrid ist das Achtelfinale im Uleb-Cup für die Basketballer wohl Endstation

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Berlin – Eine Minute noch. Da segelt ein Dreipunktewurf von Chris Owens in den Korb, 64:68 liegt Alba Berlin gegen Real Madrid nur noch zurück. Endlich toben die Fans in der Halle, stehen auf, wollen Alba zur Sensation treiben – doch es ist zu spät. Zu lange hat der Bundesligist die Gäste ihr Spiel spielen lassen und auch die Zuschauer erst in der Schlussphase begeistert. Real stellte den Klassenunterschied wieder her und siegte verdient 74:65 (36:26). Nach der Niederlage im Hinspiel des Uleb-Cup-Achtelfinales ist das Aus für Alba wohl kaum abzuwenden. Das Rückspiel findet am 13. März in Spanien statt. „Wir hatten vielleicht in der ersten Halbzeit zu viel Respekt und haben mehr zugesehen als agiert“, sagte Albas Trainer Henrik Rödl.

Alba hatte den Traum, Real Madrid zu schlagen. Eine Mannschaft, die nicht nur einen klangvollen Namen hat und auch bei den Basketballern einen Profi namens Raul, sondern zu den besten Teams Europas gehört. Für Alba Berlin war es das Spiel des Jahres. Doch die Gäste bewiesen vor 7491 Zuschauern in der endlich einmal ausverkauften Max-Schmeling- Halle schnell, dass sie so gut sind wie ihr Ruf. 2:0 führte Alba durch William Avery, dann begannen die Spanier zu zaubern. Sie leisteten es sich sogar, Felipe Reyes, den Center des spanischen Weltmeister-Teams, zunächst auf der Bank zu lassen. Real begeisterte mit seinem Passspiel und verteidigte perfekt. Kerem Tunceri baute das Spiel mühelos auf, und Albas Center Ruben Boumtje Boumtje und Jovo Stanojevic wurden sofort von mehreren Spielern eingekreist – zur Pause hatten beide keinen Punkt gemacht, allerdings auch nicht länger als viereinhalb Minuten gespielt. Albas Trainer Henrik Rödl erkannte, wie wirkungslos sie waren und ließ sie auf der Bank. 10:20 lag Alba nach dem ersten Viertel zurück. Nur Sharrod Ford demonstrierte so etwas wie Korbgefährlichkeit. Chris Owens agierte viel zu eigensinnig.

Doch wer gedacht hatte, Alba würde sich kampflos seinem Schicksal ergeben, wurde getäuscht. Der junge Spielmacher Nicolai Simon brachte neue Impulse, und als Alba durch Nenad Canak nach langer Zeit mal wieder einen Rebound gefangen hatte, lief es plötzlich besser. Durch zwei Dreipunktewürfe in Folge von Julius Jenkins stand es auf einmal nur noch 22:24. Doch genauso schnell gerieten die Berliner wieder deutlich in Rückstand, weil Real einfach cleverer war. Zur Pause lag Alba mit 26:36 zurück. Zu wenig Punkte und ein mit 10:26 dramatisch deutlich verlorenes Rebound-Duell (darunter nur vier Defensiv-Rebounds der Berliner) waren am Ende ausschlaggebend für den Klassenunterschied.

In der Pause muss Henrik Rödl deutliche Worte gefunden haben. Chris Owens, mit 21 Zählern auf einmal noch Topscorer, machte innerhalb von drei Minuten acht von elf Berliner Punkten und brachte Alba auf 33:36 heran. Doch die Gegenwehr war von kurzer Dauer. Nenad Canak sah nach dem vierten Foul vorsichtshalber von der Bank zu, für ihn kam Johannes Herber und sollte es mit dem fast einen Kopf größeren Reyes aufnehmen – der prompt sofort punktete.

49:62 hieß es zu Beginn des letzten Spielabschnitts, doch durch Dreipunktewürfe von Jenkins und Archibong kämpfte sich Alba noch einmal bis auf fünf Zähler heran. Dann musste Ford mit dem fünften Foul vom Feld, und Real machte locker wieder ein paar Körbe. Als Owens den Ball aus großer Enfernung noch in den Korb segeln ließ, wurde es ein letztes Mal spannend. Aber nur kurz.

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