Sport : Alba verlernt das Siegen

Berlins Basketballer verlieren auch in Frankfurt

Frankfurt (Tsp). Eine Reaktion hatte Albas Vizepräsident Marco Baldi von der Mannschaft nach der deprimierenden Niederlage in der Europaliga gegen Benetton Treviso gefordert. Er hatte wahrscheinlich eine Energieleistung gemeint, die das Gerede von der schwächelnden Basketball-Mannschaft aus Berlin verstummen lässt. Auf jeden Fall hatte er wohl kein hektisches und unansehnliches Bundesligaspiel bei den Skyliners Frankfurt im Hinterkopf, das Alba mit 59:67 (30:33) verliert. Doch genau das trat ein.

Es war mittlerweile die achte Niederlage aus den letzten neun Spielen in Bundesliga und Euroleague. Das mag Baldi kaum glauben. „Sind das wirklich schon so viele?“ Langsam lässt es sich nicht mehr vermeiden, von einer Krise zu sprechen. Wenn auch auf hohem Niveau: Alba liegt in der Bundesliga noch immer auf Rang drei, vier Punkte hinter Tabellenführer Bonn. Dennoch kann das nicht der Anspruch des Serienmeisters sein. Das sieht auch Baldi so: „Wir haben ein paar Probleme. Aber ich bin sicher, dass wir da wieder herauskommen.“

Dabei ist die Krise angesichts der Umstände kaum verwunderlich. In DeJuan Collins und Jörg Lütcke fehlen schon seit langem zwei Leistungsträger, und am Sonntag gegen Frankfurt fiel auch noch Nationalspieler Mithat Demirel mit Muskelproblemen im Adduktorenbereich aus. So musste Neuzugang John Celestand den Spielaufbau übernehmen. Eine Aufgabe, die er kaum meistern konnte. Im ersten Viertel führte Berlin noch 15:11. Kurz vor der Halbzeit übernahm Frankfurt vor 5200 Zuschauern die Führung (33:30) und gab sie nicht mehr ab.

Vor allem bei den Distanzwürfen sah es für Alba deprimierend aus. Nur einer von 15 Versuchen fand den Weg in den Korb. Aber auch aus näherer Entfernung traf kaum ein Spieler wie gewohnt. Nur Jovo Stanojevic (22 Punkte) und Quadre Lollis (11) punkteten zweistellig, bei Frankfurt waren es immerhin vier Spieler. Allen voran der starke Mario Kasun mit 16 Zählern und 11 Rebounds. Trotzdem hätte Alba das Spiel noch gewinnen können, doch beim Stand von 57:60 gelang in den letzten drei Minuten kein einziger Feldkorb mehr. „Wir haben kein Rezept gegen die Zonenverteidigung gefunden“, sagte Albas Trainer Emir Mutapcic.

Nach der vierten Niederlage im fünften Bundesligaspiel „brauchen wir jetzt Sicherheit und Selbstvertrauen“, sagt Baldi. „Und wir dürfen nicht alles in Frage stellen.“ Henrik Rödl hat schon einen Weg zurück zum Erfolg entdeckt: „Wir müssen viel besser spielen, wenn wir den Titel verteidigen wollen.“ So einfach ist das.

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