Alba vor dem ersten Finale : Die Wiederholungstäter aus Bamberg

Bambergs Basketballer können ab heute gegen Alba Berlin als erstes Team seit 2003 ihren Meistertitel verteidigen. Von einer Favoritenrolle wollen aber weder Mannschaft noch Trainer etwas wissen.

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Der nächste Anlauf. Pedrag Suput (rechts) zählt zu den Leistungsträgern im Bamberger Team. Im letzten Spiel gegen Alba Berlin erzielte er 34 Punkte.
Der nächste Anlauf. Pedrag Suput (rechts) zählt zu den Leistungsträgern im Bamberger Team. Im letzten Spiel gegen Alba Berlin...Foto: dpa

Mit einem Wort kann man die Verantwortlichen der Baskets Bamberg zurzeit in Bedrängnis bringen. Es lautet: Favoritenrolle. Trainer Chris Fleming zum Beispiel will gar nicht näher darauf eingehen, „die Rollen zu verteilen, ist die Aufgabe von Journalisten“, sagt er. Und auch Wolfgang Heyder vermeidet es möglichst, das böse F-Wort in den Mund zu nehmen. „Es ist nicht so, dass wir die klaren Favoriten sind“, sagt der Bamberger Manager, „aber ich sage auch nicht, dass wir der komplette Außenseiter sind.“ Also was jetzt?

Fest steht, dass die Bamberger Basketballer in der heute beginnenden Finalserie gegen Alba Berlin (15.45 Uhr, live bei Sport 1) die Chance haben, ihren deutschen Meistertitel zu verteidigen. Das ist zuletzt den Berlinern 2003 gelungen. „Das wäre schon eine super Geschichte“, sagt Wolfgang Heyder, „aber entscheidend ist für uns, dass wir wieder in der Europaliga vertreten wären.“ Nur der Deutsche Meister ist automatisch für die beste europäische Basketballliga qualifiziert.

Für die Bamberger ist diese Liga auch aus finanziellen Gründen interessant. „Wir müssen uns alles hart verdienen“, sagt Wolfgang Heyder. Mit einem Budget von 6,8 Millionen Euro werden die Bamberger die laufende Saison abschließen, „das ist unser höchstes Budget der letzten Jahre“, sagt Heyder, „und das ist nicht beliebig erweiterbar.“

Das letzte Aufeinandertreffen in Berlin bescherte den Zuschauern ein dramatisches und hochklassiges Spiel und Bamberg einen 97:93-Erfolg. Bambergs Trainer erwartet, dass beide Teams auch in der Finalserie ähnlich offensivstark zu Werke gehen werden. „Beide sind in der Lage zu punkten“, sagt Fleming. Über das 103:52 im Dezember will der Bamberger Trainer wie der Berliner Coach Muli Katzurin nicht mehr reden. „Das ist sechs Monate her“, sagt Fleming, „da darf man keinen großen Wert drauf legen.“

Sein Team konnte sich mit einer beeindruckenden Bilanz von 32 Siegen und zwei Niederlagen in der Hauptrunde das Heimrecht in der Finalserie („Best of Five“) sichern. Zu Hause hat Bamberg noch kein Spiel gegen einen Bundesligisten verloren. „Wir haben Selbstvertrauen“, sagt Heyder, „das ist ein kleiner Vorteil.“

Es geht für Bamberg und Alba Berlin auch darum, als Meister in eine Saison 2011/12 zu gehen, die einiges verspricht. Der Aufstieg des ambitionierten und medienwirksamen FC Bayern dürfte der Liga noch mehr Aufmerksamkeit bringen. Und auch Frankfurt stößt durch den Vertragsabschluss mit einem neuen Hauptsponsor erneut zu den Titelaspiranten. „Es gibt mehr Klubs, die vorne mitspielen können“, sagt Wolfgang Heyder, „die Liga entwickelt sich sehr gut.“ Immer noch nicht zufriedenstellend sei jedoch die Fernsehsituation. „Da ist noch Luft nach oben“, sagt Heyder, „wir müssen in die öffentlich-rechtlichen Formate und wir brauchen auf Dauer eine Magazin-Sendung über die Basketball-Bundesliga.“ Eine attraktive Finalserie könnte die Aufmerksamkeit für die Liga weiter steigern. „Für das deutsche Basketball ist dieses Endspiel eine gute Geschichte“, sagt Wolfgang Heyder.

Gewinnt Bamberg, wäre es der vierte Meistertitel für die Oberfranken in sieben Jahren. Und diese Konstanz soll sich fortsetzen. „Wir wollen mit dieser Mannschaft weitermachen“, sagt Chris Fleming, der noch ein weiteres Jahr in Bamberg unter Vertrag steht. John Goldsberry, Anton Gavel, Predrag Suput und Tibor Pleiß besitzen neben den jungen Spielern ebenfalls einen Vertrag für die kommende Saison. Der deutsche Nationalcenter kann allerdings wegen einer Ausstiegsklausel bei einem Angebot aus der NBA oder Europaliga wechseln. Ein Grund mehr für Bamberg, den Meistertitel zu holen und in der nächsten Saison gleich selber in der Europaliga zu spielen.

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