Sport : Alba wärmt sich auf

Berlins Basketballer gewinnen 106:91 gegen Trier

Benedikt Voigt

Berlin - Das erste Geschenk überreichten die Basketballer von TBB Trier bereits vor dem Spiel. TBB-Manager Lothar Hermeling drückte Matej Mamic von Alba Berlin einen Basketball mit der Aufschrift „Back on the court“ in die Hand und sagte: „Wir hoffen, dass wir dich bald wieder auf dem Feld sehen.“ Vor knapp fünf Monaten war das Bundesligaspiel zwischen Alba Berlin und Trier aufgrund Mamics schweren Unfalls abgebrochen worden. Bei der gestrigen Wiederholung zeigten sich die Trierer als freundliche Gäste. 106:91 (55:34) gewann Alba Berlin ein Spiel, das der Tabellenerste die meiste Zeit klar dominierte.

Vor fünf Monaten hatte Mamic nach seinem schweren Unfall mit einer Halskrause vom Feld getragen werden müssen. Nun konnten die Trierer Spieler ihn bereits wieder unter den Zuschauern begrüßen und ihn abklatschen. Auch die Berliner Fans hatten etwas mitgebracht, ein Transparent, auf dem stand: „26.11.2005, danke Trier“. An jenem Abend hatte sich Trainer Joseph Whelton ohne zu zögern mit einem Spielabbruch einverstanden erklärt. Im Gegensatz zu damals spielte gestern wieder Albas Center Jovo Stanojevic mit, dafür mussten die Berliner neben Luke Whitehead auch auf den verletzten Mike Penberthy verzichten. Der Dreierspezialist leidet an einer Adduktorenverletzung.

Die Wiederholung geriet jedoch eindeutig, was auch an der Tabellenkonstellation lag. Beide Teams haben ihr Endspiel erst am Sonntag. Dem Tabellensechsten Trier hätte auch ein Sieg in Berlin nicht geholfen, sich endgültig einen Play-off-Platz zu sichern. Und bei Alba geht es erst am Sonntag gegen Bamberg um den für die Konstellation in den Play-offs wichtigen Tabellenplatz eins. Das Spitzenspiel wird auch die Generalprobe für die Pokalfinalrunde am 22. und 23. April in Bamberg sein. In der gestrigen Partie wärmten sich beide Mannschaften offenbar lediglich für kommende Aufgaben auf.

Alba gelang das besser. Nach wenigen Minuten führten die Berliner 8:0, das erste Viertel gewannen sie 30:17. Die Trierer Spieler hatten zwar fast alle ein dekoratives weißes Stirnband aufgezogen, doch in der Abwehr ließen sie es an Einfallsreichtum vermissen. So ausgeglichen punkteten die Berliner, dass Trainer Henrik Rödl frühzeitig die beiden 20-jährigen Robert Kulawick und Philip Zwiener einwechselte, die sonst nur selten zum Einsatz kommen. Zu den auffälligsten Spielern in der Berliner Mannschaft zählte jedoch Nenad Canak (19 Punkte), der bis zur Pause weder aus dem laufenden Spiel noch von der Freiwurflinie daneben warf. Und Aufbauspieler Hollis Price (23 Punkte, 11 Assists), der mit seinen fünf Dreipunktewürfen dafür sorgte, dass Penberthy nicht allzu sehr vermisst wurde.

Die Partie schien zur Halbzeit (55:34) fast entschieden. Die Berliner machten auch weiter Tempo und erhöhten den Vorsprung zeitweise auf 25 Punkte. Nun trumpfte auch Stanojevic unter den Körben auf, er kam insgesamt auf 16 Punkte und elf Rebounds. Erst allmählich kamen die Trierer in der Verteidigung besser zurecht, deren Unkonzentriertheiten sich auch häuften. In der Offensive kam den Gästen zugute, dass sie in der zweiten Halbzeit endlich ihre Wurfschwäche aus der Distanz ablegten. Im letzten Viertel verkürzten sie den Rückstand, zwei Minuten vor dem Ende lag Alba plötzlich nur noch mit acht Punkten vorne. Doch die Berliner retteten den Vorsprung über die Zeit, zumal sich Triers Centerspieler Nate Doornekamp auch noch sein fünftes Foul sowie ein technisches Foul leistete.

Eines dürfte den Berlinern allerdings auch klar sein. Die Defensivspezialisten aus Bamberg werden ihnen das Punkten am Sonntag sehr viel schwerer machen.

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