Sport : Alba zeigt Nerven – 76:86 in Bonn

Christiane Mitatselis

Bonn - Dieser Abschied wird Alba Berlin nicht schwer fallen. Zum letzten Mal musste der siebenmalige Basketball-Meister in der Bonner Hardtberghalle antreten, in der er zuvor sechs von sieben Bundesliga-Spiele verloren hatte. Vom Frühjahr an spielen die Telekom Baskets nebenan in ihrer neu gebauten Arena. Und so gaben sich die ohnehin stets enthusiastischen Fans in der alten Schulsporthalle noch mehr Mühe als sonst, um ihr Team zum Sieg zu brüllen. Mit teuflischem Gekreische, Getrommel und Gestampfe verwandelten die 3500 Bonner die Halle in ein Tollhaus – und Alba zeigte Nerven. Die Berliner verloren mit 76:86 (35:35).

Dabei hatte sich Alba nach dem Uleb-Cup-Debakel in Litauen – ein 51:71 in Siauliai hatte die Mannschaft von Trainer Luka Pavicevic in dieser Woche kassiert – unbedingt mit einem Sieg in die viertägige Weihnachts-Trainings- Pause verabschieden wollen. Doch nur US-Guard Julius Jenkins tat alles für den Erfolg. Der 26-Jährige erzielte 30 Punkte und war damit bester Scorer der Begegnung. Doch Jenkins allein konnte nichts ausrichten. Der Rest der Mannschaft – von Patrick Femerling bis Bobby Brown – zeigte starke Leistungsschwankungen.

Ballverluste, ungenaue Würfe und halbherzige Verteidigung prägten das Berliner Spiel. So ließ Alba die im Grunde harmlosen, aber geschlossener auftretenden Bonner nach anfänglicher Sieben-Punkte- Führung schnell in die Partie kommen. Es entwickelte sich ein verbissenes Spiel. Neben Fehlern auf beiden Seiten sahen die Zuschauer mehr Kampf als durchdachte Spielzüge. Die Führung wechselte häufig, nach einem 35:35 zur Halbzeit und einem 54:55 nach dem dritten Viertel setzte sich Bonn erst zwei Minuten vor Spielende ab – unter nun infernalischem Gebrüll der Bonner Fans. Sogar Jenkins zeigte Nerven und vergab zwei Freiwürfe. Damit hatte Alba verloren. Christiane Mitatselis

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