Sport : Alba zum Auftakt glücklos

Die Berliner verlieren in der Basketball-Europaliga bei Frankreichs Vizemeister Villeurbanne 89:91

Benedikt Voigt

Lyon. Als John Best am Dienstagmorgen zur Dienstreise nach Lyon aufbrach, hatte sein Sohn Jameel noch einen Wunsch. „Bitte mach ein Foto in Frankreich“, sagte der Neunjährige. Folgsam hat der Basketballprofi von Alba Berlin auch noch den Fotoapparat ins Gepäck gepackt und seinem Sohn ein paar Aufnahmen aus dem Stadtteil Villeurbanne mitgebracht. Sich selber aber konnte John Best in Frankreich nicht beschenken. 89:91 (48:44) verlor Alba Berlin bei Asvel Villeurbanne das erste Europaligaspiel dieser Saison.

Bereits bei der Vorstellung der Spieler konnten die Zuschauer im Astroballe den auffälligsten Spieler in den Reihen der Franzosen entdecken. Die Profis von Asvel Villeurbanne liefen mit den Spielern der eigenen D-Jugend in die Halle. Shawnta Rogers hielt dabei einen Zwölfjährigen an der Hand – und war kurioserweise einen halben Kopf kleiner als der Jugendliche. Der US-Amerikaner misst lediglich 1,61 Meter, doch mit 26 Punkten war er bester Werfer der Partie.

Die Berliner erwischten den besseren Start, führten nach zweieinhalb Minuten 10:2, und Villeurbanne musste bereits die erste Auszeit nehmen. Die Franzosen waren kurz vor dem Ende des ersten Viertels erstmals deutlicher in Führung gegangen: 27:23. Doch Alba konnte sich zu Beginn des zweiten Viertels durch einen Dreipunktewurf von Stefano Garris erneut leicht absetzten: 35:31. Alba behielt diesen Vorsprung bis zur Pause bei. Garris hatte alle drei Dreipunktewürfe getroffen, und war damit Hauptverantwortlicher für die gute Trefferquote der Berliner zur Pause (55 Prozent).

Zwar fand John Best in der Offensive nie ins Spiel, doch dafür setzten sich Jovo Stanojevic (18 Punkte) und Vladimir Petrovic (18 Punkte) öfter gut in Szene. Ihnen kam zugute, dass die Franzosen auf ihren verletzten 2,18 Meter großen Centerspieler Robert Gulyas verzichten mussten. Doch während Alba sich immer mehr Ballverluste erlaubte, setzte sich Villeurbanne mit einer 14:4-Serie ab: 69:59 (29. Minute). Alba hatte das dritte Viertel mit 13 Punkten verloren. Erst in der letzten Minute näherte sich Alba durch drei Freiwürfe von Collins wieder an: 80:84. Doch Rogers ließ sich nicht beirren, und machte noch einmal sieben Punkte in Folge. Der erfolgreiche Dreipunktewurf von Demirel, der mit der Schlusssirene zum 89:91 in den Korb fiel, lässt das Spiel spannender erscheinen, als es in der Schlussphase war.

John Best dürfte jener Szene hinterher trauern, als er im letzten Viertel alleine auf den Korb zulief und von einem Franzosen verfolgt wurde. Dieser irritierte den US-Amerikaner so sehr, dass sein Wurf noch nicht einmal den Ring berührte. Doch der Ball fiel ihm wieder in die Hände – und er traf wieder nicht. Schuldbewusst klopfte er sich mit der rechten Hand auf die Brust und bedeutete: Alles meine Schuld. Doch das stimmte nicht. Er und seine Kollegen hatten Villeurbanne im dritten Viertel in der Verteidigung nicht mehr in den Griff bekommen.

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