Alba : Zuversicht trotz Zitterhändchen

Alba zieht positive Schlüsse aus dem hauchdünnen Sieg im Pokalspiel gegen Ulm.

Helen Ruwald

Berlin - Dieter Hauert verlässt sich gerne auf seinen Blick – immer trauen kann er ihm freilich nicht. Am Mittwoch im Pokal-Viertelfinale gegen Ulm suchte der Präsident des Basketball-Bundesligisten Alba Berlin die Augen der Spieler und sah, „dass sie begriffen haben, dass sie mehr leisten müssten“. Mehr als bei der Liga-Heimniederlage gegen dasselbe Team zehn Tage zuvor. Als Alba 20:7 führte, dachte Hauert, „dass wir mit 20 Punkten Unterschied gewinnen“. Doch das Selbstbewusstsein wich zwischenzeitlich Selbstzweifeln.

Erst nach zwei Verlängerungen setzte sich Alba 102:91 durch. Eine Minute vor Schluss der regulären Spielzeit lag der Gastgeber noch mit drei Punkten zurück, 24 Sekunden vor Ende der ersten Verlängerung mit vier. Einmal hielt Bobby Brown sein Team mit einem Dreier im Spiel, einmal Julius Jenkins mit drei Freiwürfen. In den letzten fünf Minuten traf Jenkins, der in der ersten Halbzeit punktlos geblieben war, dann dreimal aus der Distanz.

„Die Spieler haben psychologische Barrieren überwunden“, sagte Trainer Luka Pavicevic. Alba hatte in dieser Saison schon zweimal gegen Ulm verloren, zudem gab es zuletzt drei Heimniederlagen. Am Mittwoch führten die Berliner dreimal deutlich – und ließen die Gäste dreimal ausgleichen. Souveränität sieht anders aus. „Wenn man generell kein großes Selbstvertrauen und gegen ein Team schon zweimal verloren hat, dann hat man ein Zitterhändchen“, sagte Geschäftsführer Marco Baldi.

Anlass, die Einstellung des Teams scharf zu kritisieren wie nach der Heimniederlage gegen Ulm, sah Baldi nicht. Entscheidend sei trotz aller spielerischen Mängel das Erreichen der Pokalendrunde am 3./4. Mai in Hamburg, für die sich auch Ludwigsburg und Albas morgiger Gegner Bremerhaven (17 Uhr, Max-Schmeling-Halle) qualifiziert haben. Quakenbrück und Bamberg bestreiten ihr Viertelfinalspiel kommende Woche. „Ich will nicht wissen, was los gewesen wäre, wenn wir es nicht geschafft hätten“, sagt Baldi.

Wie im ersten Spiel gegen Ulm vergab Alba deutliche Führungen. Aber es waren auch Unterschiede sichtbar: Die Berliner Verteidigung ließ in der regulären Spielzeit keine 90, sondern nur 70 Punkte zu. Alba traf selbst elf Dreier, einen mehr als die Gäste. Und bewies Nervenstärke, als das Aus schon besiegelt schien. Alba sei ein Team, das „Alles-oder-nichts-Spiele braucht“, sagte Flügelspieler Dijon Thompson, „solche engen Spiele helfen uns langfristig“. Präsident Dieter Hauert findet, „dass es langsam aufwärts geht. Das war kein Rückschritt. Aber es ist noch ein langer Weg bis zur Meisterschaft.“ Helen Ruwald

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