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Basketball-Euroleague : Alba schrammt wieder knapp am Sieg vorbei

15.11.2012 23:06 Uhrvon
Durch die Finger. Deon Thompson war mit 20 Punkten Albas bester Werfer. Foto: dapdBild vergrößern
Durch die Finger. Deon Thompson war mit 20 Punkten Albas bester Werfer. - Foto: dapd

Groß gekämpft doch am Ende knapp verloren. Alba Berlin holt gegen Siena in der Euroleague einen deutlichen Rückstand auf, unterliegt aber mit 73:75.

Sasa Obradovic strich sich über die schweißglänzende Glatze, schmiss die Hände von sich und drehte an der Seitenlinie ab. 15 Sekunden vor Spielende hatten die Zuschauer in der Arena am Ostbahnhof laut „Defense, Defense“ gerufen. Doch die Gäste aus Siena rotierten ihren Spielzug durch und Daniel Hackett traf direkt vor der Nase des Berliner Trainers – die Vorentscheidung. Den letzten Angriff konnte Alba Berlin nicht mehr nutzen, Obradovics Basketballer verloren 73:75 (34:39). Eine zwischenzeitliche 14-Punkte-Aufholjagd wurde am Ende nicht belohnt, Alba verpasste wie schon vor einer Woche gegen Tel Aviv knapp den Sieg.

Doch die Euroleaguerechnung ist gnadenlos, nach der vierten Niederlage in Folge im sechsten Gruppenspiel braucht Alba nun dringend Siege, um in die Runde der letzten 16 einzuziehen. Immerhin konnten die Berliner den direkten Vergleich mit Siena für sich entscheiden.

Das Spiel begann mit einem lauten Knall. Doch das kurze Feuerwerk vor Spielbeginn konnte die Berliner nicht sofort wecken, die mit 0:4 und 2:6 in Rückstand gerieten. Der wahre Knalleffekt kam von Deon Thompson: Mit beiden Händen stopfte er den Bodenpass von Nihad Djedovic zur ersten Alba-Führung in den Korb, 12:10, und ließ sich noch ein bisschen an einem Arm baumeln. Acht der ersten zwölf Alba-Punkte erzielte das Kraftpaket, insgesamt zehn im ersten Viertel, 14 in der ersten Hälfte, immer in nächster Korbnähe, ohne Fehlwurf. Am Ende war er mit 20 Punkten Albas Topscorer. Doch die Italiener gingen wieder in Führung, die in der ersten Hälfte zwischen zwei und neun Punkten oszillierte; nach dem ersten Viertel hieß es 17:21.

Siena agierte anfangs oft cleverer, jede Lücke in Albas Abwehr wurde genutzt, es gab keine einfachen Ballverluste. All das ging den Gastgebern teilweise ab, die oft überhastet wirkten. Dafür stimmte der Einsatz, Alba griff mehr Rebounds und verteidigte unter dem Korb mit viel Leidenschaft – teilweise aber auch, weil davor gepennt wurde. Mit Eifer allein gehen Bälle aber nicht immer rein: Sinnbildlich Yassin Idbihi, der seinen eigenen Offensivrebound holte, aber danach den Ball vertändelte. Als der wieder zu Thompson kam, machte der einen Schritt und dunkte den Ball einfach in den Korb, 24:31 – nur nicht zu viel Nachdenken. „Das ist ein Zeichen!“, rief der Hallensprecher, aber Siena zog wieder mit schnellen Spielzügen und einigen Dreiern davon.

Thompson punktete teilweise gegen vier Gegenspieler, produzierte in Hälfte eins aber auch vier Ballverluste, foulte abseits des Balles und verteidigte teilweise lasch, schien manchmal gedanklich nicht schnell genug. 34:39 lautete der Rückstand zur Halbzeit.

Dann kam der Auftritt von Robert Douglas Brown III, besser bekannt als Bobby. Den Spielmacher Sienas hatte Alba in der ersten Halbzeit gut im Griff gehabt. Doch nach der Halbzeit dunkte, passte und warf der zweitbeste Scorer der Euroleague aus allen Lagen, erzielte elf der ersten 13 Punkte Sienas nach der Pause. Nach einem wütenden Dreipunktewurf Browns gegen seinen Ex-Klub, den er 2008 zur letzten Meisterschaft geführt hatte, führten die Gäste mit 14 Punkten. Am Ende war Bobby Brown mit 21 Zählern wieder mal bester Werfer der Partie. Die Berliner kämpften weiter, Herz und Wille waren da. Und dann fielen irgendwann die Würfe, vor allem bei Nihad Djedovic und Yassin Idbihi. Als Djedovic mit einem abgezockten Dreier einen 12:0-Lauf abschloss, tobte die Halle, Trainer Obradovic packte den bosnischen Flügelspieler begeistert am Kopf. Alba lag nur noch einen Zähler hinten. Und nach Idbihis Korbleger auf einmal mit einem vorne, nach 14 Punkten in Folge.

Am Ende hatte Obradovic jedoch wieder keinen anderen Kopf zu streichen als den eigenen. Dominik Bardow

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