Nach dem Viertelfinal-Aus : Albas hässliche Wahrheiten
16.05.2012 15:43 UhrManager Marco Baldi findet drastische Worte
Das Erstaunliche an Albas drei Niederlagen in Folge ist, dass die auf dem Papier eindeutig bessere Mannschaft völlig zu Recht als Verlierer vom Feld ging. Im vierten Spiel verloren die Berliner das Reboundduell erneut deutlich, erneut hatten sie schlechtere Wurfquoten als die Würzburger, erneut trumpfte der Gegner auf, als es am meisten darauf ankam. "Würzburg hat es geschafft, uns aus dem rauszubringen, was wir eigentlich machen wollen", sagte Schaffartzik, der noch eine halbe Stunde nach Spielende mit den Tränen kämpfte. Es war in der Tat erstaunlich, wie selten es den Berlinern gelang, dem Aufsteiger ihr Spiel aufzudrücken. "Ich muss ehrlich sagen, dass die Würzburger die Serie verdient gewonnen haben", sagte Bryce Taylor. "Heute haben wir den Kampf gebracht, mit der wir diese Serie hätten gewinnen können, es war aber zu spät." Die Saison sei sicher sehr enttäuschend: "Wir hatten große Ziele, aber wir sind nicht ins Viertelfinale des Eurocups gekommen, wir haben das Top Four im Pokal verpasst und jetzt stehen wir hier und sind in der ersten Runde ausgeschieden. Das ist keine gute Saison."
Manager Baldi fand drastischere Worte für die dritte Spielzeit ohne Titel hintereinander. "Jetzt haben wir erstmal das, was wir haben: einen Haufen Scheiße", sagte Baldi, der sich kurz nach Spielende noch nicht zu personellen Konsequenzen äußern wollte. "Wir werden jetzt eine Nacht drüberschlafen, dann stecken wir die Köpfe zusammen und sehen, wie es weitergeht." Der Vertrag von Chefcoach Gordon Herbert läuft noch eine weitere Saison, es ist unwahrscheinlich, dass sich der Klub nach den Wechseln von Luka Pavicevic zu Muli Katzurin zu Herbert abermals auf Trainersuche begibt. Allerdings gelang dem studierten Sportpsychologen Herbert in Berlin nicht, wofür er als Trainer bei vorherigen Engagements stets viel Lob erhalten hatte: Der Kanadier konnte nicht das Maximum aus seinem Team herausholen.
Auf dem Weg zum Bus begegneten die Berliner Profis ihren mitgereisten Fans, die betreten schweigend oder leise diskutierend in Grüppchen auf dem Parkplatz vor der Würzburger Sporthalle herumstanden. Antworten gab es am Dienstagabend noch keine – aber die Überzeugung, dass in der langen Sommerpause viele Fragen gestellt werden. "Man muss versuchen, so viele positive Dinge wie möglich mitzunehmen, die richtigen Schlüsse zu ziehen und es nächstes Jahr besser zu machen", sagte Bryce Taylor. Auf die Verantwortlichen von Alba Berlin kommt viel Arbeit zu.







