Sport : Albas Arbeiter

Wie Nadjfeji Berlin zum ersten Sieg gegen Bonn trieb

Helen Ruwald

Berlin - Aleksandar Nadjfeji kennt das schon. „Wenn ich von der Bank komme, sind die ersten zwei Minuten hart, dann geht es“, sagt der Basketballprofi von Alba Berlin. Eine minimale Warmlaufzeit braucht er, um vom Ruhezustand in den Hochleistungszustand zu kommen. Beim 78:69 im ersten Play-off-Finalspiel gegen die Telekom Baskets Bonn kam der Ex-Bonner beim Stand von 17:11 für Center Patrick Femerling aufs Feld. Kurz danach trat Nadjfeji an die Freiwurflinie, er verwarf einmal, er verwarf ein zweites Mal. Sonderlich beunruhigt dürfte ihn das nicht haben. Denn auch das kennt er von sich, Freiwürfe sind einfach nicht sein Ding. Seine Quote liegt bei knapp über 50 Prozent.

Nadjfeji macht seine Punkte auf andere Weise. Nur noch 17:15 lag Alba vorn, als der Serbe das Spiel an sich riss und acht Punkte in Folge beisteuerte. Schon in den ersten beiden Halbfinals gegen Oldenburg hatte er in entscheidenden Situationen in Serie gepunktet. 19 Zähler waren es am Sonntag und acht Rebounds. Keiner war besser, die Rolle des Topscorers teilte er sich mit Bobby Brown. Doch während dieser mit Dunks als Künstler glänzte, war Nadjfeji der unermüdliche Arbeiter, der auch mit seiner Rolle als sechster Mann gut zurechtkommt. „Das ist o. k., aber als ich jung war, war es eine Frage des Prestiges, in der ersten Fünf zu stehen“, sagt er lachend.

Auch als Nummer sechs kam er auf 25 Minuten Spielzeit, deutlich mehr als Kapitän Patrick Femerling. Bei Bonn fehlte der verletzte Center John Bowler, seinem Vertreter Bernd Kruel entwischte der beweglichere Nadjfeji ein ums andere Mal. In Spiel zwei morgen hoffen die Bonner wieder auf Bowlers Mitwirken – und die Begeisterung der Fans in der neuen Halle, die am Mittwoch eröffnet wird. „In Bonn herrscht totale Euphorie. Das wird ein richtiger Fight“, sagt Aleksandar Nadjfeji.Helen Ruwald

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