Sport : Albas früherer Kapitän Mamic kehrt nach Kroatien zurück

Der 2005 an der Halswirbelsäule verletzte Basketballer verlässt Berlin aus privaten Gründen

Helen Ruwald

Berlin - Kaum hatte er Berlin verlassen, sprach Matej Mamic schon von Rückkehr. „In drei Wochen bin ich wieder da und schaue mit ein Spiel von Alba in den Play-offs an. Und ich hoffe, dass ich auch zum Gewinn der Meisterschaft da sein werde“, kündigte der ehemalige Kapitän von Alba Berlin, der wegen einer Halswirbelsäulenverletzng seine Karriere beenden musste, gestern Abend an. Zu diesem Zeitpunkt saß er mit seiner Ehefrau Veronika und dem drei Jahre alten Sohn Bruno schon im Auto nach Kroatien.

Der 33-jährige Kroate wird künftig nur noch zu Stippvisiten nach Berlin kommen. Er wird nicht weiter als Trainer bei Albas Kooperationspartner Tus Lichterfelde arbeiten, sondern zu seiner Familie nach Split zurückkehren. Im Sommer 2004 war Mamic nach Berlin gekommen, zunächst mit seiner Frau und zwei der drei kleinen Kinder. Ein Jahr später kehrte Veronika Mamic mit den beiden jüngeren Kindern in ihre Heimat zurück, weil auch Tochter Antonija dort eingeschult werden sollte. „Das ist eine rein private Entscheidung, die mir sehr schwer gefallen ist“, sagte Mamic. „Ich sehne mich zu sehr nach meiner Familie und vor allem nach meinen Kindern. Ich werde immer ein Teil der Alba-Familie bleiben und den Klub, die Fans und Berlin sehr vermissen.“

Die Entscheidung sei in den vergangenen ein, zwei Wochen gefallen. „Ich weiß nicht, was morgen ist“, hatte er kurz nach dem Abstieg mit TusLi in die Regionalliga gesagt. Nun weiß er es und will sich zunächst um seine Frau kümmern. „Sie ist krank, es müssen einige Untersuchungen gemacht werden“, sagte Mamic, ohne ins Detail gehen zu wollen.

Mamics Vertrag bei Alba läuft noch ein Jahr und wird nicht aufgelöst. „Ich mache eine Hospitanz beim kroatischen Basketballverband“, sagt Mamic. Im Sommer wird er in Berlin die Prüfung zur A-Trainerlizenz absolvieren. Dann wird er sich auch zu einem Kaffee mit Albas Geschäftsführer Marco Baldi treffen, demzufolge „Matej Mamic und Alba Berlin eine tiefe Freundschaft verbindet, die weit über den Sport hinausgeht und die immer Bestand haben wird – egal, wo er sich aufhält.“

Das besondere Verhältnis zwischen Mamic und Alba entwickelte sich nach seinem schweren Unfall im Bundesligaspiel am 26. November 2005 im Bundesligaspiel gegen Trier. Nach einem Sturz war er vorübergehend gelähmt und konnte beim Essen tagelang nicht einmal selber den Löffel zum Mund führen. Als er reglos auf dem Boden der Max-Schmeling-Halle lag und nur die Augen bewegen konnte, ergriff Fans wie Mitspieler Panik, dass Mamic dauerhaft vom Hals abwärts gelähmt sein könnte. Diese Befürchtung bestätigte sich nicht, und Publikumsliebling Mamic kämpfte mehr als ein Jahr lang für sein Comeback, ehe er sich seinem Körper geschlagen gab. Koordinationsprobleme ließen eine Rückkehr in den Leistungssport nicht mehr zu. Mamic wird auch weiterhin zu Untersuchungen ins Unfallkrankenhaus Marzahn kommen. Helen Ruwald

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