Albas Niederlage : Nachdenken im Doppeldecker

Alba Berlin muss die Niederlage in Paderborn schnell verarbeiten: Nach Niederlagen können Busfahrten scheinbar endlos dauern. Zwischen der Abfahrt in Westfalen um 23.30 Uhr und der Ankunft in Berlin um 4.30 Uhr am Freitagmorgen hatten Alba Berlins Basketballer Gelegenheit, über die 68:71 (28:31)-Niederlage bei den Paderborn Baskets nachzudenken.

Lars Spannagel
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Nervenstark. Adam Chubb überzeugte in Paderborn als einziger Berliner. Foto: Heinrich

BerlinBerlin - Nach Niederlagen können Busfahrten scheinbar endlos dauern. Zwischen der Abfahrt in Westfalen um 23.30 Uhr und der Ankunft in Berlin um 4.30 Uhr am Freitagmorgen hatten Alba Berlins Basketballer Gelegenheit, über die 68:71 (28:31)-Niederlage bei den Paderborn Baskets nachzudenken. Während sich die Spieler ins Obergeschoss des Doppeldeckerbusses zurückzogen, analysierten die Klubverantwortlichen unten, wie der Außenseiter gegen den Titelverteidiger zum 1:1 in der Viertelfinal-Play-off-Serie ausgleichen konnte. Viel Zeit bleibt auch nicht: Schon am Sonntag um 17 Uhr kommt Paderborn zum dritten Spiel der Serie nach Berlin.

„Der Wille war da, aber unsere Würfe sind nicht reingefallen“, sagte Albas Geschäftsführer Marco Baldi am Tag nach der Niederlage. Paderborn habe versucht, die Räume unter dem Korb dicht zu machen. Dadurch bekam Alba viele offene Würfe aus der Distanz, „alle sauber, aus dem System“. Doch nur sechs von 22 Dreiern fielen in den Korb, Alba fand weder Selbstvertrauen noch Rhythmus. „Das war unter unserem Niveau“, sagte Marco Baldi. „Dadurch haben wir Paderborn stark gemacht.“ Am Ende waren es dann die Gastgeber, die ihre Chancen nutzten. Allen voran Lavelle Felton, der sechs Sekunden vor Schluss zum 71:68 traf.

Alba hingegen agierte das gesamte Spiel über zu hektisch. Auch bei Freiwürfen zitterte den Berlinern vor 3014 Zuschauern die Hand: Zwölf von 30 Versuchen gingen daneben. Dabei war früh klar, dass das Spiel auch an der Freiwurflinie entschieden werden würde. Im Gegensatz zum ersten Spiel der „Best of 5“-Serie griffen die Schiedsrichter von Beginn an durch – was den Berlinern durchaus gefiel. „Die Paderborner sollen ruhig hart spielen. Sie können auch prügeln, wenn sie wollen“, sagte Baldi. „Aber die Schiedsrichter müssen eine klare Linie haben und die auch auf beiden Seiten durchsetzen. Dann kann man auch Basketball spielen.“

Ausnutzen konnte Alba die vielen Fouls der Gastgeber aber nicht. Allein Adam Chubb zeigte sich nervenstark. Insofern war es auch unverständlich, dass er die entscheidende Phase des Spiels auf der Bank verbringen musste. Kurz vor Ende des dritten Viertels wechselte Trainer Luka Pavicevic den besten Mann des Abends aus – und brachte ihn nicht mehr zurück ins Spiel. Zuvor hatte Chubb in nur 17 Minuten Spielzeit 20 Punkte erzielt, dazu acht von neun Freiwürfen verwandelt, drei Offensivrebounds geholt und sich keinen Ballverlust geleistet. „Ich habe mich gut gefühlt“, sagte Chubb nach seinem wohl besten Spiel für Alba. Nach seiner Auswechslung musste der 27-Jährige aber mitansehen, wie Paderborns Ersatzcenter Matt Terwilliger zweimal völlig frei zum Dunking kam. „Jeder, der auf der Bank sitzt, will zurück ins Spiel“, sagte Chubb. „Natürlich wäre ich da gerne auf dem Feld gewesen.“ Am Ende konnten die Berliner auch ohne ihn noch einmal ausgleichen, zum Sieg reichte es aber nicht.

Paderborns Fans jubelten, werden am Sonntag aber größtenteils fehlen: Der Klub verzichtete auf einen geplanten Fanbus wegen mangelnden Interesses. Die Paderborner wissen wohl auch, wie lang Busfahrten werden können.

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