Albas Play-off-Gegner : DaShaun Wood ist zu gut für die Bundesliga

Alba Berlin muss den überragenden DaShaun Wood stoppen, um im Play-off-Halbfinale zu bestehen. Dass es den Spielmacher nach Frankfurt verschlagen hat, war ein Glücksfall für die Skyliners.

von
Immer auf der Suche nach der Lücke. DaShaun Wood hat sich dank seiner Schnelligkeit und Übersicht zum überragenden Spieler dieser Bundesliga-Saison entwickelt.
Immer auf der Suche nach der Lücke. DaShaun Wood hat sich dank seiner Schnelligkeit und Übersicht zum überragenden Spieler dieser...Foto: dpa

Wenn man Gordon Herbert zu seinem wichtigsten Spieler befragt, kommt der sonst so nüchterne Coach der Frankfurt Skyliners ins Schwärmen. „DaShaun Wood spielt eine herausragende Saison für uns“, sagt der Kanadier. „er ist wie ein zweiter Coach auf dem Feld für uns.“ Wood reißt nicht nur seinen Trainer zu Lobeshymnen hin, der 25 Jahre alte Spielmacher der Skyliners wurde in dieser Saison zum Wertvollsten Spieler (MVP) der Bundesliga gewählt. Und er ist das größte Hindernis, das zwischen Alba und dem Finale steht, wenn die Berliner am Mittwoch (20 Uhr, live bei Sport1) in Frankfurt in ihre Halbfinalserie starten.

Im Viertelfinale steigerte der nur 1,85 Meter große Spielmacher seine Leistungen noch einmal und kam im Schnitt auf 19,3 Punkte, 7 Rebounds und 7,7 Assists. Im Kader der Berliner gibt es keinen Spieler, der nur in einer dieser Kategorien besser ist – geschweige denn in allen dreien gleichzeitig. Albas Trainer Muli Katzurin bezeichnet Wood als Frankfurts „Schlüsselspieler“, laut Geschäftsführer Marco Baldi ist er „Hirn, Herz und Motor“ der Frankfurter. „Er kann nicht nur selbst punkten, sondern macht auch die Leute um sich herum besser.“, sagt Taylor Rochestie, der Wood in der „Best of five“-Serie hauptsächlich verteidigen wird. „Wir müssen immer wissen, wo auf dem Feld er sich gerade befindet, dürfen ihm keine leichten Punkte erlauben und ihn nicht an die Freiwurflinie schicken.“

Eigentlich erscheint Wood zu gut für die Basketball-Bundesliga (BBL) – dass es ihn nach Frankfurt verschlagen hat, war ein Glücksfall für die Skyliners. 2007 beginnt der Mann aus Detroit seine Profikarriere beim italienischen Erstligisten Cantu, nach einer überzeugenden Saison wechselt er zum Spitzenteam Treviso. Dann kommen die Knieschmerzen, eine Operation, ein zu früher Einstieg in den Profialltag. Wood spielt die Saison glanzlos und unter Schmerzen zu Ende. Im Sommer entschließt er sich zu einer weiteren Operation – und dazu, die ganze Spielzeit 2009/10 auszusetzen. Die Skyliners gehen vor der aktuellen Saison das Risiko ein und bieten ihm einen Vertrag an – allerdings zunächst nur für zwei Monate. „Wir wollten sehen, ob sein Knie hält. Das wollte er auch“, sagt Herbert. Inzwischen spielt Wood so dominant, dass das Fachmagazin „Five“ zuletzt die Frage aufwarf, ob er gar der beste BBL-Profi aller Zeiten sei. „Welches Magazin hat das geschrieben? Welcher Journalist?“, fragt Heiko Schaffartzik ungläubig. Dem Berliner fallen zum diesem Thema ein paar andere ein: Wendell Alexis, Jovo Stanojevic, Chuck Eidson, Sasa Obradovic.

Alba hat bisher beide Saisonspiele gegen Frankfurt gewonnen, in Berlin punktete Wood gegen die inzwischen ausgemusterten Marko Marinovic und Hollis Price nach Belieben und erzielte 32 Zähler, im Rückspiel gelangen ihm gegen die flinkeren Rochestie und Schaffartzik nur noch 18 Punkte. Wenn man Wood unter Kontrolle hält, hat es sein ganzes Team schwer – allerdings gibt sich kein Berliner der Illusion hin, man könne den MVP komplett ausschalten. „Man kann davon ausgehen, dass er 15 Mal auf den Korb werfen wird – egal, was wir machen“, sagt Schaffartzik. „Dann muss man halt sehen, dass diese Würfe möglichst schwierig sind.“

Normalerweise bleiben Spieler von Woods Kaliber nur ein Jahr in der BBL, um dann lukrative Verträge in Spanien oder anderswo zu unterschreiben. „Ich bin zuversichtlich, dass wir ihn halten können, wenn wir unsere Sponsorensituation klären“, sagt Herbert. Wood betont oft, wie wohl er sich in Frankfurt fühle. Natürlich könne aber ein Angebot kommen, bei dem man nicht mithalten könne, sagt Herbert. „Dann hat er sich das eben verdient.“

Autor

0 Kommentare

Neuester Kommentar