Albas Saisonstart : Alba siegt in Gießen erst nach Verlängerung

Im ersten Ligaspiel der Saison hatten Albas Basketballer wesentlich mehr Mühe bei den Gießen 46ers, als erwartet - erst in der Verlängerung siegten die Berliner 81:76 (64:64, 36:35).

Jürgen Heide[Gießen]

 Als „total untypisch“ hatte Henning Harnisch die Situation treffend beschrieben. „Play-offs vor dem Saisonstart“ – so nannte der Sportdirektor von Alba Berlin die Qualifikation zur Europaliga, mit der die Berliner Basketballer sich in den vergangenen Wochen beschäftigt hatten, während die anderen Teams bereits zwei Spieltage der neuen Bundesliga-Saison absolvierten. Da am Ende dieser Play-offs Albas Ausscheiden stand, war die Verunsicherung in den Reihen der Berliner groß. Wie hatten die Spieler diese Ernüchterung weggesteckt? Nicht besonders gut, lautete das Fazit nach der ersten Bundesliga-Partie am gestrigen Abend: Mit einer großen Portion Glück gewann Alba in Gießen das erste Saisonspiel 81:76 (64:64, 36:35) nach Verlängerung.

„Man hat gesehen, dass das Ausscheiden belastend für das Team war“, sagte Harnisch dann nach einer nervenaufreibenden Partie. Bereits nach wenigen Minuten zog Luka Pavicevic an der Seitenlinie sein Sakko aus – die unterirdische Leistung seiner Mannschaft führte beim Alba- Trainer wohl zu einigen Schweißausbrüchen. 10:5 gingen die Gastgeber der Gießen 46ers in Führung, nach zwei Drei- Punkte-Würfen von David Teague, den Albas Defensive bis zum Schluss der Partie nicht richtig in den Griff bekam. Überhaupt hatten die Berliner ungewohnte Probleme unter dem Korb. Bezeichnenderweise gab Alba eine 24:19 Führung – eingeleitet durch einen fatalen Fehlpass von Kenan Bajramovic – wieder aus der Hand und ließ Gießen zum 24:24 ausgleichen. Eine erstaunlich ausgeglichene Halbzeit, in der ein nervöser Pavicevic neun Spieler einsetzte, endete 36:35 für Berlin.

Dabei hatten die Gießener, die in der vergangenen Saison nur nicht abgestiegen waren, weil andere Teams mit Finanzproblemen zurückzogen, als Aufbaugegner herhalten sollen. Doch weit gefehlt: Die Gießener waren im dritten Viertel überlegen, führten zwischenzeitlich sogar 45:37. Erst als sich ihr Spielmacher Lorenzo Williams verletzte, konnte Alba wieder aufschließen, musste jedoch trotz einer 64:60-Führung kurz vor Schluss noch den Ausgleich hinnehmen.

„Wir haben gar nicht gut gespielt“, bilanzierte Henning Harnisch. „Am Ende müssen wir uns bei Dragan Dojcin bedanken.“ Der nämlich verschaffte Alba mit sieben Punkten in Folge in der Verlängerung einen Vorsprung, den Gießen nicht mehr aufholen konnte.

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